Triftanlage an der Frutz wird revitalisiert

04.04.2017 • 15:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Triftgelände wird gebaggert, um die ursprüngliche Geländeforum wiederherzustellen.  Foto: Gemeinde
Im Triftgelände wird gebaggert, um die ursprüngliche Geländeforum wiederherzustellen. Foto: Gemeinde

Rundweg auf Kulturgut an der Frutz bereits kurz vor der Fertigstellung.

Rankweil. (VN-doh) Die Errichtung von Klausen zur Holztriftung ist seit dem Mittelalter bekannt, jedoch waren die zugehörigen Bauwerke durchwegs aus Holz errichtet und hatten eine dementsprechend kurze Lebensdauer. Auch deshalb ist die Triftanlage an der Frutz ein ganz besonderes Kulturgut der Marktgemeinde Rankweil. Die erhaltenen Teile stammen vermutlich aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert. Die einzelnen Bauten der Anlage an der Frutz und ihre Funktionsweisen sind aufgrund der vorhandenen Teile noch immer nachvollziehbar, was das Bauwerk österreichweit einzigartig macht. Wie berichtet, investiert die Marktgemeinde heuer rund 80.000 Euro in die Revitalisierung der einzigen noch in dieser Form erhaltenen Triftanlage Österreichs. 

Rundweg fast fertig

Die Arbeiten an der Anlage sind bereits voll im Gang. Die Rodungsarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Und der Rundweg ist fast fertig aufgeschüttet. Auch der alte Holzrechen ist abgetragen und das Gelände wird derzeit angepasst, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. So kann man künftig die Funktion des Rechens auch in der Natur wieder nachvollziehen. Bis zum Jahr 2020 sind weitere Maßnahmen geplant: die Sanierung der sogenannten Läden (Bauwerke zur Regulierung von Wasser), die Entfernung von altem Schüttmaterial und die Erneuerung des mittlerweile desolaten Rechens am Muntliger Steg.

Fotos und Werkzeuge

Für den Erhalt der Anlage hat sich eine Gruppe Freiwilliger engagiert, die sich im Verein „KulturGut Trift“ auf Initiative der Marktgemeinde Rankweil und des Altbürgermeisters Hans Kohler zusammengeschlossen haben. Durch die Revitalisierung der Triftanlage soll deren geschichtliche Bedeutung erhalten und der Bevölkerung nähergebracht werden. Der Verein kümmert sich um sämtliche Arbeiten und die notwendigen Behördenverfahren, welche zur Revitalisierung erforderlich sind. Der Verein ist derzeit auf der Suche nach Zeitzeugen, die die Flözerei noch aus eigener Anschauung kennen. Zudem werden alte Fotos und Werkzeuge gesucht, die mit der Arbeit an der Trift zusammenhängen.