„Für einen Neuanfang ist es nie zu spät!“

27.02.2018 • 16:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Musik ist das Lebenselixier der Götzner Sängerin Christine Nachbauer.
Die Musik ist das Lebenselixier der Götzner Sängerin Christine Nachbauer.

Christine Nachbauer singt vom Leben und vom Mutmachen.

Götzis Sie ist eine Künstlerin, die gerne neu durchstartet. Sie schreibt und komponiert ihre Lieder selber. Christine Nachbauer hat keine Scheu vor Unbekanntem, im Gegenteil, alles noch nicht Erfahrene spornt sie zu kreativen Entdeckungsreisen an. Denn Musik und Kunst kennen keine Grenzen. Im VN-Gespräch spricht sie über ihr neues Album „Die späte Sünderin“ und ihr gleichnamiges Buchprojekt. 

 

Wann hast du deine Liebe zum Singen entdeckt?

NACHBAUER In meiner Familie gab es kein Fest, an dem nicht gemeinsam mit Verwandten und Freunden gesungen wurde. Ich spürte als kleines Kind schon, dass Musik Großes bewirken kann. Mit zehn Jahren schrieb ich meine ersten Songs. Dieses Gefühl der Glückseligkeit blieb bis heute. Wenn ich singe, texte oder komponiere, öffnen sich kleine Himmel in meiner Seele.

 

Beim Zuhören gibt es in deinem Lied „Späte Sünderin“ eine besondere Einheit von Leib und Seele.

NACHBAUER Die „Späte Sünderin“ will ihr Leben tanzen. Sie ist meine Freundin und Ratgeberin. Wenn ich es singe, verbindet es sich augenblicklich mit mir. Ich lege Schalen und Masken ab, werde verletzbar und durchlässig und lasse Bequemlichkeiten und Mauern hinter mir. Nur so entwickle ich mich weiter.

 

Wie beurteilst du deine Erfolge?

NACHBAUER Ich halte nie lange daran fest, genauso wenig wie an Misserfolgen. Das würde mein Wachstum beeinträchtigen. Aber einige musikalische Stationen erfüllen mich mit Dankbarkeit. Zum Beispiel die Zeit mit der Pop-Band DejaVu und auch das Grand Prix Siegerlied, das ich für die Jungen Klostertaler 1993 geschrieben habe. Mein aktuelles Album „Späte Sünderin“ wird österreichweit gespielt.

 

Du schreibst gerade an einem Buch. Worum geht es?

NACHBAUER Ich habe auf meinen Konzerten viele Gespräche mit Frauen geführt, die ihre Weiblichkeit leben wollen. Mein Buch wird eine Reise zu vielen Geschichten sein, auch zu meiner Geschichte und zur weiblichen Kraftquelle. Der Kreis schließt sich zur Musik, weil die „Späte Sünderin“ nun auch auf Buchseiten tanzen kann. Sie ist einfach maßlos. (lacht)

 

Gibt es eine Erkenntnis in deinem künstlerischen Leben, die du weitergeben möchtest?

NACHBAUER In der Kunst darf man sich keine Grenzen setzen. Vielmehr muss man sich ausprobieren, Fehler machen, Erfahrungen sammeln und begeistert bleiben. Das ist der Lebensnerv jeder Kunst. So schaufeln wir in uns Gebiete frei, die wir niemals dort vermutet hätten. Das ist das eigentliche Abenteuer.

 

Wie sehen deine aktuellen Pläne aus?

NACHBAUER Die „Späte Sünderin“ soll sich jetzt erst mal auf der Bühne austoben und dort ihre Eskapaden feiern. Die Begegnung mit dem Publikum gibt mir Nahrung für neue Songs. Ende des Jahres werde ich mit frechen Ideen in Klausur gehen. Humor ist mir wichtig. Er ist ein Fingerzeig gegen die Angst. Und mein Buch „Die späte Sünderin“ erscheint bald. Ich bin gespannt, wohin es mich führen wird. Im besten Falle zur Frankfurter Buchmesse.

 

Vielen Dank für das Gespräch. bra

Zur Person

Christine Nachbauer

Geboren: 30. Dezember 1962

Familie verheiratet, 3 Kinder (Frederic, Julian, Leonie)

Beruf Sängerin, Textdichterin, Komponistin, Autorin

Hobbys Yoga, Lesen, Reisen, Beruf