Von Demokratie, menschlicher Asylpolitik und Frauenrechten

Vorarlberg / 12.03.2018 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Stieß auf großes Publikumsinteresse in Feldkirch: eine Lesung von Korrespondentin Susanne Scholl. CRO
Stieß auf großes Publikumsinteresse in Feldkirch: eine Lesung von Korrespondentin Susanne Scholl. CRO

Korrespondentin sorgte in Feldkircher Café für volles Haus.

Feldkirch Volles Haus im Café Hecht. Die Ankündigung, dass Susanne Scholl aus ihrem neuen Buch „Wachtraum“ liest, bewegt offenbar. Überhaupt gilt die langjährige ORF-Korrespondentin als jemand, der bewegt. Auch wenn sie mit dem Wort Bewegung überhaupt nichts anfangen kann. „Wir sehen uns als Plattform für den zivilgesellschaftlichen Ungehorsam“, äußert sich die 68-Jährige in einem Interview. Ihre Ambition läge vielmehr darin, laut zu schreien, dass etwas nicht in Ordnung ist. Darum protestiert sie gemeinsam mit anderen Oma-Aktivistinnen gegen Türkis-Blau. Die Demokratie liegt Scholl am Herzen. Ebenso wie eine menschliche Asylpolitik, Frauenrechte und der Kampf gegen Rassismus und Faschismus.

Trauma über Generationen

„Wachtraum“ ist das jüngste Buch der Autorin, erschienen Ende August 2017 im Residenz Verlag. Susanne Scholl spannt dabei den Bogen vom Dritten Reich über die Judenverfolgung bis zur heutigen Flüchtlingssituation. Selbst einer österreichisch-jüdischen Ärztefamilie entstammend und damit vom Thema berührt, zeichnet sie Figuren und macht das bittere Seelenerbe über die Generationen spürbar.

Für viele Besucher entstand damit „ein tiefgreifender und emotionaler Sog, der den Leser die Geschichte buchstäblich am eigenen Leib spüren lässt.“ Und Scholl macht sichtbar, wie sich ein Trauma über Generationen fortsetzen kann. Zudem stecken in „Wachtraum“ viele Geschichten. Nicht nur die von Fritze und Tochter Lea. Nebenbei wird auch das Leben der Eltern auf der Flucht aus Wien, der Emigration in England und ihre Rückkehr nach Österreich erzählt.

Sogar Stehplätze ausgebucht

Das Café Hecht in der Feldkircher Neustadt ist ein kleines und schlauchförmiges Lokal. Daraus ergab sich, dass die Besucher der Lesung zusammenrücken mussten. Selbst die Stehplätze waren mit einer Enge verbunden, die deutlich machte, wie groß das Interesse an der Veranstaltung war. Viele Fragen ergaben sich nach der Lesung im persönlichen Gespräch. Und naturgemäß musste die Autorin auch jede Menge verkaufte Bücher signieren.

Weitere Informationen über Susanne Scholl auf www.susannescholl.at.

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