Der Frühlingsbote unserer Bergwiesen

Vorarlberg / 29.03.2018 • 17:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Gott fügt es. Er bestimmt die Zeit, er heißt ihn blühn, obwohl es schneit, und ihm genügt es!“ – so poetisch beschrieb der Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl den Krokus. Seit Jahrhunderten sorgen Krokusse als Frühlingsboten jedes Jahr aufs Neue für bunte Farbtupfer in unseren Gärten. Die ursprünglich aus Südeuropa und Asien stammenden Gartenkrokusse haben aber auch einen wildlebenden mitteleuropäischen Verwandten: Unser Frühlingskrokus ist etwas zierlicher als seine Gartenvettern und bereichert mit seinen weißen bis violetten Blüten schon kurz nach der Schneeschmelze viele Bergwiesen. Die Blüten reagieren sensibel auf Temperaturschwankungen; schon vorbeiziehende Wolken können dazu führen, dass sie sich wieder schließen.

Aus den Blüten entwickeln sich Samen mit ölhaltigen Anhängseln – Leckerbissen für Ameisen, die reife Samen verschleppen und auf diese Weise den Krokus verbreiten. Krokusse zählen zu den Schwertliliengewächsen und enthalten daher – wie die meisten Vertreter dieser Gruppe – Giftstoffe. Das hält aber Wildschweine nicht davon ab, nach diesen Leckerbissen zu suchen. Sehr zum Leidwesen so mancher Landwirte, wenn die Wildschweine so ganze Alpweiden umgraben. Und wussten Sie, dass Safran, eines der teuersten Gewürze der Welt, aus den Blüten eines Kulturkrokus gewonnen wird?

Die Bilder zur VN-Serie stammen von Naturfotograf Helmut Häusle, den Text lieferte Markus Grabher.