Rezept für ein längeres Leben: Der richtige Umgang mit dem Körper

Gesund / 22.03.2013 • 11:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bewegung kann trotzdem nie schaden. Foto: vn/hofmeister
Bewegung kann trotzdem nie schaden. Foto: vn/hofmeister

Im Frühjahr überdenken viele ihr Ernährungsverhalten und suchen nach Alternativen.

Erkenntnisse. Der Wiener Mediziner Christian Matthai ist davon überzeugt, dass man mit dem richtigen Essen und einem gesunden Lebensstil seine Gesundheit fördern und damit sein Leben durchaus verlängern kann. Die Wahrscheinlichkeit für bösartige Erkrankungen wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch ein moderates Körpergewicht reduziert werden, schreibt Matthai in seinem Buch „Leichter werden“.

Zu viel Zucker und Fett

Matthai präsentiert darin die neuesten Erkenntnisse aus Lifestyle-, Präventions- und Well-Aging-Medizin. So warnt der Arzt vor versteckten Kalorienbomben und huldigt besonders wertvollen Lebensmitteln wie Brokkoli. „Die Zuckerindustrie hat eine starke Lobby, die Jahresumsätze in Milliardenhöhe erzielt. Die Voraussetzung dafür ist, dass enorme Mengen an Zucker gekauft und konsumiert werden müssen“, meint Matthai.

In vielen Lebensmitteln ist Zucker enthalten, wo gar keiner nötig wäre. Beim nächsten Einkauf im Supermarkt sollte man sich die Zeit nehmen und bei allen Produkten, die im Einkaufswagen landen, das Etikett mit den Inhaltsstoffen ansehen. „Dabei kann Ihnen zwar einerseits die Lust aufs Essen vergehen, andererseits werden Sie erkennen, wie vielen Produkten Zucker beigesetzt ist. Darunter sind solche, in denen man niemals Zucker vermutet hätte“, so Matthai. Ähnlich sieht es bei tierischen Fetten aus, die sich in Fleisch-, Wurst- und Milchwaren teilweise im Übermaß finden.

Negativtrend

Der Arzt empfiehlt auch die kalorische Restriktion, die das Leben verlängern soll. „Es gibt Hinweise, dass die verminderte Nahrungsaufnahme den oxidativen Stress reduziert und sich dadurch das primäre Alter verzögert“, meint er. Darunter versteht man den „natürlichen Alterungsprozess von Zellen und Organen – ohne Zutun jeglicher Krankheiten“. Das sekundäre Altern wird durch äußere Faktoren wie Erkrankungen, Umweltfaktoren, den Lebensstil und körperliche Aktivitäten bestimmt. „Ein anderer Erklärungsansatz besagt, dass eine langfristige Nahrungsreduktion den Stoffwechsel umprogrammiert, was mit Umstellungen in der Genexpression einhergeht“, so Matthai.

Der beste Beweis für den Negativtrend ist die weltweite Zunahme der Hyperurikämie (Harnsäureüberschuss im Blut). Eine erhöhte Harnsäure sei auf ein schlechtes Ernährungsverhalten oder übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen. „Die Hyperurikämie geht häufig einer Entwicklung von Adipositas oder einer Störung des Insulinstoffwechsels voraus. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind oft mit erhöhten Harnsäurewerten verbunden“, schreibt der Mediziner. „Geht es um die Figur, so entfallen 70 Prozent an Relevanz auf die Ernährung und 30 Prozent auf die Bewegung“, erklärte der Buchautor. „Das bedeutet, dass unser Ernährungsverhalten beim Abnehmen eine wichtigere Rolle spielt als die Bewegung.“ Matthai: „Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer bewussten, kalorien-, purin- und alkoholreduzierten Lebensweise.“

Buchtipp: Christian Matthai, „ Vom richtigen Umgang mit dem Körper“, Braumüller Verlag, Preis: 19,90 Euro