Spitalsärzte: Belastungen sind im Sommer höher

Gesund / 09.08.2013 • 11:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Spitalsambulanzen sind inzwischen das ganze Jahr über stark frequentiert. Im Sommer verschäft sich die Lage oft. Foto: vn/hartinger
Die Spitalsambulanzen sind inzwischen das ganze Jahr über stark frequentiert. Im Sommer verschäft sich die Lage oft. Foto: vn/hartinger

Zahlreiche Freizeitunfälle und Notfälle könnten jedoch verhindert werden.

Mehrarbeit. Die Urlaubszeit bringe für die Spitalsärzteschaft zusätzliche Belastungen mit sich, die nur durch eine Aufstockung des Personals bzw. eine vernünftige Regelung der Arbeitszeit aufgefangen werden könnten, erklärt der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer.

Deutlich mehr Unfälle

Denn: „Die Zahl der Freizeit-unfälle steigt im Sommer deutlich an. Das reicht von Motorrad- und Fahrradunfällen bis zu Bergunfällen“, sagt Mayer. So gab es im Jahr 2011 laut letztgültiger Statistik 22.500 Unfälle beim Radfahren, 30.900 Unfälle beim Fußballspielen, 7900 Verletzte beim Wandern und Bergsteigen sowie 6600 Verletzte beim Mountainbiken, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Motorradunfälle zogen 3580 Verletzte nach sich. Sogar simples Gehen kann im Krankenhaus enden. 2011 hatten sich 141.000 Personen dabei so schwer verletzt, dass sie ins Spital mussten.

Mayer: „Natürlich macht sich nicht nur das Freizeitverhalten bemerkbar, sondern auch eine wegen Urlaubs geschlossene Ordination. Die Patienten kommen dann scharenweise in die ohnehin überlasteten Ambulanzen, teilweise auch mit Beschwerden, die leicht vermeidbar wären.“ So sei es bei hohen Temperaturen wichtig, viel Wasser zu trinken und Alkohol tagsüber möglichst zu meiden, da es sonst zu einem Kreislaufkollaps kommen könne. Bei Outdoor-Aktivitäten sei die richtige Schutzausrüstung unerlässlich. „Das reicht vom Helm beim Rad- und Motorradfahren bis hin zu Knie- und Ellbogenschutz beim Skaten“, so Mayer. Durch die richtige Ausrüstung könnten manche Verletzungen verhindert oder zumindest abgemildert werden.

Notfälle vermeiden helfen

Der Kurienobmann: „Selbstverständlich sind die Spitalsärzte rund um die Uhr für die Patienten da und bieten die beste Notfall-Versorgung an. Allerdings ist es durch einfache Maßnahmen möglich, den einen oder anderen Notfall von vornherein zu verhindern.“ Eine Aufstockung des Personals bzw. eine Entlastung der Ambulanzen sei jedenfalls unumgänglich, bekräftigte Harald Mayer eine schon länger bestehende Forderung der Bundeskurie. Abschließend appellierte der Chef der Spitalsärzte erneut an die Bevölkerung, bei kleineren Beschwerden den Hausarzt, dessen Vertretung oder den Ärztenotdienst in Anspruch zu nehmen.