Das chronische Handekzem im Griff

Gesund / 16.08.2013 • 10:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Haushalt sind besonders viele, die Haut schädigende Mittel im Einsatz. Daher sind Frauen von Handekzemen auch öfter betroffen. Foto: fotolia
Im Haushalt sind besonders viele, die Haut schädigende Mittel im Einsatz. Daher sind Frauen von Handekzemen auch öfter betroffen. Foto: fotolia

Eine neue Initiative setzt auf Aufklärung und möchte Betroffene stärken.

Info. Die häufigste berufliche Hauterkrankung führt oft zu Arbeitsunfähigkeit und beeinträchtigt auf viele Arten, die nicht immer offensichtlich sind. Die Initiative „Zeigt her eure Hände“ hat das Ziel, Betroffene über die Erkrankung, ihre Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Über die Website www.zeigt-her-eure-haende.at können zahlreiche Informationen rund um das chronische Handekzem eingeholt werden.

Gute Therapiemöglichkeiten

Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung zählen zu den Betroffenen. Somit ist es eine der häufigsten Hauterkrankungen, die zudem einen Großteil der beruflichen Hauterkrankungen ausmacht, nämlich rund 90 Prozent. Das unangenehme und oft schmerzhafte Leiden kann nicht nur die Lebensqualität einschränken, sondern mitunter auch Probleme am Arbeitsplatz mit sich bringen. Die Initiative „Zeigt her eure Hände“ unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Werner Aberer, Vorstand der Uni-Hautklinik Graz, hat sich die Aufklärung über das chronische Handekzem auf ihre Fahnen geschrieben. Wichtigste Botschaft der Initiative: Die Betroffenen müssen nicht im Stillen leiden und ihre Hände verstecken, denn es gibt gute, moderne Therapiemöglichkeiten. Patienten, die bereits als austherapiert galten und wegen des langen chronischen Verlaufs ihres Handekzems desillusioniert sind, kann beispielsweise auch mit kortisonfreien Alternativen geholfen werden.

Starke Einschränkungen

Hände sind ein wichtiges Kommunikationsorgan. Für die meisten Menschen sind sie auch ein wichtiges Arbeitsinstrument. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann es deshalb zu Problemen am Arbeitsplatz kommen, ja mitunter sogar zum Jobverlust führen, wenn die Funktionsfähigkeit der Hände beeinträchtigt ist. Die anhaltenden Schmerzsymptome können auch die Fähigkeit zur Ausübung von Aktivitäten des täglichen Lebens wie etwa Kochen oder Abwaschen einschränken. Die Auswirkungen der Erkrankung reichen somit weit über die sichtbaren Symptome hinaus. Viele Erkrankte schämen sich. Erhebliche psychosoziale Störungen mit Schüchternheit bis hin zum Rückzug sind die Folgen.

Das chronische Handekzem tritt am häufigsten am Höhepunkt der beruflichen Tätigkeit, also zwischen dem 20. und 49. Lebensjahr, auf. Vor allem in Berufen, die mit hautbelastenden Tätigkeiten einhergehen, ist das chronische Hautekzem häufig. Sie können oft nicht mehr oder nur noch in geringerem Umfang ausgeübt werden.

Gefährdete Berufsgruppen

Besonders gefährdet sind Berufsgruppen wie Friseure, Reinigungspersonal, Metallarbeiter, Bauarbeiter, Maler, Floristen, Bäcker, Köche, Zahntechniker und medizinische Pflegekräfte in Krankenhäusern sowie Pflegeheimen. Zu der am häufigsten geplagten Personengruppe zählen zudem Hausfrauen. Sie haben ständig Kontakt mit hautreizenden Stoffen, wie etwa säurehaltigen Flüssigkeiten, Reinigungssprays und Fettlösemitteln in Wasch- und Spülmitteln. Durch den täglichen Kontakt mit den aggressiven Substanzen wird die schützende Fettschicht der Haut langfristig zerstört, es kommt zum Handekzem.

Den Hautarzt aufsuchen

Mit der Diagnose „chronisches Handekzem“ muss man sich aber nicht abfinden. Zunächst sollte jedoch ein Facharzt für Hautkrankheiten aufgesucht werden. Da das chronische Handekzem anderen Hautkrankheiten sehr ähnlich ist, können Diagnose und Ursache oft nur durch ein aufwendiges Ausschlussverfahren gestellt werden. „Mit modernen Arzneimitteln ist eine deutliche Symptomminderung möglich, daher lohnt sich der Gang zum Hautarzt auf jeden Fall. Es steht eine systemische kortisonfreie Therapie zur Verfügung, die von innen wirkt und beim schweren, therapieresistenten Handekzem nachweislich wirksam ist. Eine Symptomfreiheit ist mit diesen modernen Arzneimitteln bei mehr als der Hälfte der Betroffenen möglich“, kann Prof. Werner Aberer berichten.