Eine Hoffnung mit viel Potenzial

03.01.2014 • 10:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ralf Meuter (l.) und Manfred Wassel investieren viel Zeit und Geld, um ihre Idee von begleitenden Krebstherapien umzusetzen. Foto: Privat
Ralf Meuter (l.) und Manfred Wassel investieren viel Zeit und Geld, um ihre Idee von begleitenden Krebstherapien umzusetzen. Foto: Privat

Vielversprechende Präparate zur unterstützenden Behandlung von Krebs.

Bregenz. (VN-mm) Sie wollen nichts versprechen. „Aber wir möchten Betroffenen eine andere Türe öffnen“, erklären Manfred Wassel und Ralf Meuter. Mit ihrem seit 2011 in Bregenz beheimateten Unternehmen „Cosomed“ haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, hochreine Nahrungsergänzungsmittel zu produzieren, die sich an den Qualitätserfordernissen von Arzneimitteln orientieren und ergänzend bei der Vorbeugung sowie Begleitung auch von schweren Krankheiten wie Krebs die klassische Behandlung unterstützen sollen.

Mit „Apigenin“ ist das laut Wassel und Meuter erstmals gelungen. Seit einem Jahr sind die Kapseln in Deutschland, der Schweiz und Österreich auf dem Markt. In den Vorarlberger Apotheken gibt es sie seit gut zehn Wochen. Auch wissenschaftliche Studien bescheinigen der Substanz eine „unterstützende Wirkung“ in der Krebsbehandlung.

Erkenntnisse nützen

Cosomed nützt die Ergebnisse der Krebsforschung, um Einzelsubstanzen zu ermitteln, die Grundlagen für neue Nahrungsergänzungsmittel bieten. Ein Beispiel dafür stellt Apigenin dar. Dabei handelt es sich um einen hellgelben Pflanzenfarbstoff aus der Gruppe der Flavone, der unter anderem in der Kamille, in Petersilie, Sellerie, Artischocken, Salbei und Grapefruit vorkommt. Das Cosomed-Produkt wird aus Kamille gewonnen. „Wir kaufen Apigenin als Rohstoff ein und lassen diesen in einem Labor für Molekular-Biologie in Hamburg bis über 98 Prozent aufreinigen, um unserem Qualitätsanspruch zu genügen“, erklärt Ralf Meuter in seiner Funktion als geschäftsführender Gesellschafter. Die Substanz war bisher nur in Großlaboren zu Preisen von 1300 bis 2300 Euro pro Gramm verfügbar. Mit einem selbst entwickelten Aufreinigungsverfahren konnte Cosomed die Kosten pro Gramm auf weniger als 30 Euro drücken. „Damit wird die Substanz erschwinglich und für den Endverbraucher zugänglich“, so Meuter.

Die Wirkung von Apigenin beruht den Erklärungen zufolge darauf, dass es die Tumorzellen quasi aushungert und ihnen die Fähigkeit nimmt, sich eine neue Versorgungsstruktur im Körper aufzubauen. Zudem werden der Substanz antientzündliche Eigenschaften und die Förderung der Knochenstabilität zugeschrieben.

Neue Immuntherapie

Im Kampf gegen den Krebs ist das Unternehmen noch an einer anderen Front tätig. Es hat eine Immuntherapie mit GcMAF entwickelt bzw. neu „aufgelegt“. Denn bereits 1990 berichtete ein japanischer Arzt von Erfolgen mit GcMAF bei 30 Tumorpatienten. GcMAF ist eine körpereigene Signalsubstanz, welche die sogenannten Makrophagen in Gang setzt, die den Körper vor gefährlichen Viren, Bakterien und Tumorwachstum schützen sollen.

Bösartige Zellen verhindern allerdings die Bildung von GcMAF und damit die Aktivierung der Makrophagen. Deshalb wird die körpereigene GcMAF-Produktion im Labor simuliert und dem Patienten von außen zugeführt. Wöchentliche Infusionen mit GcMAF sollen dafür sorgen, dass die feindlichen Zellen wieder von Makrophagen angegriffen und in der Folge vernichtet werden.

Zwar fehlt es noch an Langzeiterfahrungen, aber Cosomed führte in Zusammenarbeit mit Medizinern eine Anwenderbeobachtung durch, welche optimistisch stimmt. „Inzwischen verfügen wir über einen Kreis von Ärzten, die Erfahrung haben und überzeugt von der Methode sind“, berichtet Ralf Meuter von einem „Trend zur Komplementärmedizin auch in der Onkologie“. Die bisherigen Ergebnisse sowie weitere Anwendungen der individuell auf die Patienten zugeschnittenen Therapien bezeichnet Manfred Wassel als extrem gut. Anlässlich eines Fachkongresses hat ein Schweizer Mediziner einige seiner Fälle vorgetragen. „Wir haben schon gute Erfolge, das kommt auch der Lebensqualität der Patienten zugute“, so Wassel. Ein Therapiezyklus dauert fünf bis sechs Wochen. Die Kosten dafür muss der Patient selbst tragen.

Weitere Infos unter
www.cosomed.com