Alter bei erster Periode hängt auch von den Genen ab

Gesund / 01.08.2014 • 11:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ein früher Beginn bei Mädchen ist mit höherem Krankheitsrisiko verbunden.

Cambridge. Wann Mädchen ihre erste Periode bekommen, hängt davon ab, ob sie bestimmte Gene von der Mutter oder vom Vater geerbt haben. Da ein früher Beginn der Regelblutung mit Krankheiten später im Leben zusammenhängt, haben Forscher nun eine groß angelegte Studie zu den genetischen Grundlagen durchgeführt. Das internationale Forscherteam mit Schweizer Beteiligung hat dazu im Erbgut von 180.000 Frauen nach genetischen Varianten gesucht, die den Zeitpunkt der ersten Periode mitbestimmen. Sie fanden über 100 solche Varianten, wie die Forscher im Fachjournal „Nature“ berichten. Sie haben Einfluss etwa auf die Hormone, die Körpermaße und diverse Krankheiten, darunter seltene Störungen der Pubertät.

Ein früher Beginn der Pubertät bei Mädchen ist mit einem höheren Risiko für spätere Krankheiten wie Diabetes, Herzkreislaufkrankheiten und Brustkrebs verbunden. „Wir untersuchen die Gründe dafür, um hoffentlich eines Tages diese Verbindung aufzubrechen“, sagte Erstautor John Perry von der britischen Universität Cambridge in einer Mitteilung der Hochschule.

Der Beginn der Menstrua-tion variiert sehr stark: Bei manchen Mädchen beginnt sie mit acht Jahren, bei anderen mit 18, der Durchschnitt liegt bei etwa 13 Jahren. Ernährung und sportliche Aktivität spielten eine Rolle dabei, doch ihre Studie habe außerdem ein komplexes Netzwerk aus beteiligten genetischen Faktoren zutage gefördert, sagte Perry.

Bei einigen dieser Gene hängt es offenbar davon ab, ob sie vom Vater oder der Mutter stammen. Von solchen sogenannten „geprägten“ Genen war bekannt, dass sie das Wachstum und die Entwicklung des Fötus vor der Geburt beeinflussen. Doch dies sei das erste Mal, dass ihnen ein Einfluss nach der Geburt nachgewiesen wurde.

An der Studie waren auch Wissenschafter der Uni und des Unispitals Lausanne sowie des Schweizerischen Instituts für Bioinformatik in Lausanne beteiligt.

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