Muttermilch im Test

Gesund / 15.08.2014 • 12:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Stillen fördert nicht nur die Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Kind. Der Säugling erhält damit auch die für ihn anfangs beste Ernährung.
Das Stillen fördert nicht nur die Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Kind. Der Säugling erhält damit auch die für ihn anfangs beste Ernährung.

Studie der MedUni Graz untersucht jetzt die Rolle der Mehrfachzucker vor der Geburt.

Graz. Neben Fetten und Eiweißen sind Kohlenhydrate die Hauptkomponente der Muttermilch. Bisher sind mehr als 100 verschiedene Varianten von humanen Muttermilch Oligosacchariden (HMO) bekannt: Vermutlich spielen diese Mehrfachzucker eine Rolle für die Immunentwicklung des Neugeborenen. Sie könnten aber auch eine Auswirkung auf den Stoffwechsel des Kindes haben, glaubt man an der Med-Uni Graz.

Im Verlauf der Schwangerschaft sind die HMO bereits früh im mütterlichen Blutkreislauf nachweisbar, so Evelyn Jantscher-Krenn von der Medizinischen Universität Graz. „Wir wollen herausfinden, wovon die unterschiedliche Konzentration und Zusammensetzung von HMO im Blutserum der Mutter abhängt und in weiteren Schritten auch, ob und wie die pränatalen HMO bereits Gesundheit und Stoffwechsel des Ungeborenen beeinflussen“, schilderte die Pharmazeutin.

Typenbestimmung

Sie hat zuletzt vier Jahre als Post-Doc über die Zusammensetzung der Muttermilch an der University of California in San Diego geforscht und baut nun im Rahmen eines zweijährigen Marie-Curie-Stipendiums in Graz einen Forschungsschwerpunkt in Richtung Muttermilch-Oligosaccharide auf. In einem ersten Schritt wird an der Grazer Med-Uni in einer Pilotstudie die Konzentration von HMO im mütterlichen Serum ab der 14. Schwangerschaftswoche untersucht. Traditionell galt es als schwierig, die unterschiedlichen Typen der Oligosaccharide im Serum zu bestimmen. Das habe sich jetzt aber durch Fortschritte in der Technologie geändert, was der Forschung neuen Anschub gibt: „Die unterschiedlichen Typen im Serum können mithilfe der sehr sensitiven Hochleistungsflüssigkeitschromatografie schon sehr gut quantifiziert werden“, so die Forscherin. Vorerst beschränkt sich die Studie auf das Blutserum von rund 100 Schwangeren. Außerdem werden Aufzeichnungen zum Body-Mass-Index der Mütter und deren körperlicher Aktivität gemacht.

Zusätzlich wird das Nabelschnurblut der Neugeborenen nach mütterlicher HMO untersucht. Zuletzt werden Korrelationen zwischen der Qualität und Quantität der pränatalen HMO im Serum der Mutter, der HMO in der Nabelschnur und Größe, Körperfettanteil beim Neugeborenen gesucht. „Welches Profil ist nützlich, um metabolischen Erkrankungen vorzubeugen, wie kann dieses Profil gefördert werden?“, das sind laut Jantscher-Krenn Fragen, die man klären will. Daraus könnten dann möglicherweise weitere präventive Schritte abgeleitet werden.

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