Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Ironie des Schicksals

Gesund / 22.08.2014 • 09:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eine kleine Meldung nur, aber sie zeigt, wie grotesk die Ironie des Schicksals auch sein kann. Der Miterfinder der „Ice Bucket Challenge“ ist tot. Umgekommen in dem Element, das ihn und seine Spendenaktion gegen eine bis dahin mehr oder minder unbekannte Krankheit weltweit bekannt gemacht und sogar Promis dazu verleitet hat, sich kübelweise Eiswasser über den Kopf zu schütten. Ein übermütiger Sprung ins kühle Nass nach einer vermutlich ebenso übermütigen Party. Nichts Besonderes, nur etwas, das junge Leute eben gerne tun. Aus einem Sommerspaß wurde Ernst und aus Corey Buckley ein tragischer Held.

Corey Buckley macht es nicht wieder lebendig, er kann sich jedoch zugutehalten, den Blick für ein Leiden geschärft zu haben, für das sich bis dahin höchstens Betroffene und deren Angehörige interessierten. ALS: ausgeschrieben ein sperriger Begriff. Kurz erklärt: eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Genauer: Zerstörte Nerven führen zum Abbau von Muskeln. Diagnose: Unheilbar. Vorkommen: Selten. Drei bis acht Menschen pro 100.000 erkranken jährlich daran. Zu wenig, um Geld in teure Forschung zu investieren.

Corey Buckley wollte das nicht so hinnehmen. Er stand auf und mobilisierte die halbe Welt, um einem Freund und anderen zu helfen. Menschen wie er haben es verdient, in Erinnerung zu bleiben. Sie haben es verdient, dass ihre Anliegen gehört und weiterverfolgt werden. Wenn die Eisduschen dazu beitragen, dann bitte weiter so.

marlies.mohr@vorarlbergernachrichten.at

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