Sehr vieles kann auf die Nieren schädlich wirken

Gesund / 24.10.2014 • 11:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei einem Nierenkarzinom bleibt meist nur der chirurgische Eingriff als wirksame Behandlungsstragegie.
Bei einem Nierenkarzinom bleibt meist nur der chirurgische Eingriff als wirksame Behandlungsstragegie.

Krebs wird häufiger. Mini Med Studium zeigt Neuestes aus der Forschung auf.

Feldkirch. Nierentumore werden immer häufiger. Doch was tun, wenn die Nieren, eines unserer wichtigsten Organe, bedroht ist? Mit dieser Frage beschäftigten sich Primar Dr. Andreas Reissigl und OA Dr. Michael Neyer bei der Mini Med-Veranstaltung am Mittwoch, 29. Oktober, im Panoramasaal des LKH Feldkirch. In den Vorträgen der Experten geht es um Funktion und Erkrankungen der Nieren sowie das Neueste dazu aus der Forschung.

Vor allem in den Industriestaaten steigt die Zahl von Nierenzellkrebs. Pro 100.000 Einwohner gibt es jährlich vier bis acht Neuerkrankungen. Junge Menschen erkranken eher selten, der Altersgipfel liegt bei 40 bis 60 Jahren. Die Überlebensrate beim Nierenzellkarzinom ist immer noch sehr gering, wird aber mit Hilfe von modernen Methoden besser.

160 Gramm schwer

Die bohnenförmigen Nieren befinden sich beiderseits der Wirbelsäule im hinteren Bauchraum unterhalb des Zwerchfells. Beim Erwachsenen ist eine Niere etwa 11,5 Zentimeter lang, 5,5 Zentimeter breit, 3,7 Zentimeter dick und 160 Gramm schwer. Die Hauptaufgabe der Nieren ist es, Endprodukte des Stoffwechsels aus dem Blut zu eliminieren. Gleichzeitig kontrollieren sie die Salz- und Wasserausscheidung aus dem Körper und steuern so das Volumen und die Zusammensetzung des Blutes. Die Nieren sind auch für die Bildung verschiedener lebenswichtiger Hormone verantwortlich.

Nicht selten sind die Nieren und/oder ableitenden Harnwege, aber auch die Blutgefäß-versorgung von Missbildungen betroffen. Solche müssen jedoch nicht unbedingt behandelt werden. Viele dieser Anomalien werden oft erst später im Rahmen von Untersuchungen zufällig entdeckt. Gutartige Tumoren der Nieren sind sehr selten. Diese wachsen in der Regel langsam und verdrängen zwar das gesunde Gewebe, sie zerstören es aber nicht. Obwohl gutartige Geschwülste nur selten Beschwerden verursachen, müssen sie manchmal trotzdem operativ entfernt werden, um Sicherheit für den Patienten zu schaffen, eine Blutungsgefahr zu mindern oder Einschränkungen des Harnabflusses zu beheben. Rund 95 Prozent aller Nierentumoren sind echte Nierenzellkarzinome, die im Nierenfunktionsgewebe entstehen. Das Risiko eines Zweittumors auf der Gegenseite besteht bei 1,5 Prozent der Betroffenen und nur bei 0,7 Prozent treten diese Tumore gleichzeitig auf.

Es wird angenommen, dass bei der Entstehung von Nierenkarzinomen viele verschiedene Einflüsse gemeinsam beteiligt sein müssen, um die Zellen zur Entartung zu bringen. Als begünstigend scheinen vor allem Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht und hormonelle Faktoren zu wirken. Gesicherte Faktoren sind eine chronische Niereninsuffizienz, das Auftreten von Nierenkrebs in der Verwandtschaft und spezielle Erbkrankheiten. Fachleute vermuten außerdem, dass auch Schadstoffe am Arbeitsplatz oder in der Umwelt eine Rolle spielen könnten.

Anzeichen und Diagnostik

In den Frühstadien macht das Nierenzellkarzinom meist keine Beschwerden. Nur bei jedem zehnten Patienten wird die Verdachtsdiagnose durch die drei als typisch geltenden Anzeichen Flankenschmerz, Blut im Urin und tastbare Geschwulst gestellt. Manchmal sind länger oder regelmäßig erhöhte Temperatur, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust die ersten Anzeichen der Erkrankung.

Mini Med

Nierentumore werden immer häufiger – Was tun, wenn die Nieren bedroht sind?

Referenten: Primar Univ.-Doz. Dr. Andreas Reissigl, LKH Bregenz, OA Dr. Michael Neyer, LKH Feldkirch

Termin: 29. Oktober 2014, Panoramasaal LKH Feldkirch

Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Eintritt frei, ebenso das Parken in der LKH-Tiefgarage