Höhere Lebensqualität

Gesund / 21.11.2014 • 11:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Lunge zuliebe sollte gänzlich auf Nikotik verzichtet werden.
Der Lunge zuliebe sollte gänzlich auf Nikotik verzichtet werden.

Nicht-invasive Beatmung kann COPD-Patienten das Leben retten.

Wien. Schwere Formen der COPD führen zu einer schleichenden CO2-Vergiftung, die die Lebensqualität der Betroffenen herabsetzt und an der sie letztendlich sterben. Erhalten die Patienten jedoch rechtzeitig mittels Maske eine künstliche Beatmung, steigt die Lebensqualität erheblich und die Sterberate sinkt drastisch. Dies konnte jetzt in einer Studie nachgewiesen werden. Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) fordert daher umgehende Konsequenzen für das Behandlungs-Management von COPD-Patienten.

Atemversagen ist eine der häufigsten Todesursachen bei schwerer COPD. Bei vielen Patienten geht dem akuten Atemversagen eine schleichende chronische Verschlechterung der Atemleistung voran, die zu einer CO2-Vergiftung im Blut führt. Der Grund: Patienten können durch die chronische Zerstörung des Lungengewebes das körpereigene CO2 nicht mehr abatmen und sterben, wenn sie nicht rechtzeitig auf einer Intensivstation künstlich beatmet werden. Eine Studie zeigt nun eine deutliche Reduktion der Sterberate durch den Einsatz von künstlicher Beatmung bereits bei geringer chronischer CO2-Erhöhung im Blut. Der zufolge kann die nicht-invasive Beatmung mittels Atemmaske während der Nacht die CO2-Werte normalisieren.

Vergleichsgruppe

Im Rahmen der im „Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlichten Studie wurden in 36 Beatmungszentren in Deutschland und Österreich stabile Patienten mit einer CO2-Erhöhung im Blut entweder einer nicht-invasiven Beatmung zugeführt oder regelmäßig beobachtet. „Die Patienten mit Beatmung hatten eine höhere Lebensqualität sowie eine bessere Leistungsfähigkeit und lediglich 12 Prozent verstarben innerhalb eines Jahres. Jene Patienten ohne Beatmung hatten unter denselben Umständen eine deutlich schlechtere Lebensqualität als die Vergleichsgruppe, die Sterblichkeit lag bei 33 Prozent“, erläutert OÄ Sylvia Hartl von der Lungenabteilung am
Otto-Wagner-Spital in Wien.

Nicht-invasive Beatmung wurde bereits in den letzten Jahrzehnten zur Linderung der Atemnot von COPD-Patienten eingesetzt. Bislang war der Nutzen jedoch wissenschaftlich nicht untermauert.