Was asoziale Mäuse mit Autismus zu tun haben

Gesund / 15.05.2015 • 11:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Freiburg. Schweizer Forscher haben eine Sorte Mäuse kreiert, die auf eine mögliche Ursache von Autismus hindeuten könnte. Der Mangel eines Proteins stört das Sozialverhalten, die Kommunikation und die Verhaltensflexibilität dieser Mäuse.

Das Protein heißt Parvalbumin und wird in bestimmten Hirnzellen produziert. Parvalbumin-produzierende Neuronen haben Forscher bereits mit Störungen wie Demenz und auch Autismus in Verbindung gebracht. Das Protein selbst stand dabei aber nie als Auslöser zur Diskussion, schreibt die Universität Freiburg in einer Mitteilung. Dabei deutet laut den Forschern einiges darauf hin, dass es bei Autismus einen übergeordneten Mechanismus geben könnte: Es ist zwar erwiesen, dass genetische Faktoren beteiligt sind; über hundert mutierte Gene sind bei Autismus-Betroffenen bekannt. Jede einzelne Mutation kommt aber nur bei einem winzigen Teil der Patienten vor.

Beat Schwaller und seine Kollegen zeigen nun, dass das Fehlen von Parvalbumin bei Mäusen tatsächlich zu einem Autismus-ähnlichen Verhalten führt. Auch die Gehirnstruktur der Mäuse sei ähnlich verändert, wie es bereits bei Autismus-Patienten beobachtet wurde.