Das Internet und die Gesundheit

Gesund / 29.04.2016 • 08:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Behandlung kann das Internet nicht ersetzen. Foto: apa
Eine Behandlung kann das Internet nicht ersetzen. Foto: apa

Ärzte zeigen den Nutzen von Online-Tools und -Services für Vorsorge und Krankheitsmanagement.

Wien. Das rasche Wachstum der Internet-Technologie eröffnet dem Benutzer immer mehr Möglichkeiten der Interaktion. Neue internetbasierte Anwendungen ermöglichen es, vom reinen Konsumenten zum Mitgestalter zu werden. Anhand der medizinischen Problemstellungen und Herausforderungen bedeutender Gesundheitsthemen unserer Zeit wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes und Brustkrebs zeigen die Gesundheitsexperten, welche Netz-Informationen relevant, welche Services wichtig und welche Online-Tools hilfreich sind, um Orientierung im Gesundheitsdschungel zu finden.

Viele Möglichkeiten

Das Internet bietet unzählige Möglichkeiten, sich mit Gesundheit auseinanderzusetzen. Vieles trägt aber auch zur Verwirrung der Menschen bei. Sich im Internet in einer Vielzahl von unterschiedlichen und sich auch oft widersprechenden Informationen zurechtzufinden, stellt für Patienten häufig eine große Herausforderung dar. Gerade die Suche nach Symptomen führt oft dazu, dass Menschen mit selbst gebastelten Diagnosen in die Arztpraxis kommen. „Klar identifizierbare Experten, die für Inhalte auch Verantwortung übernehmen, sind der beste Qualitätsnachweis, wenn man Informationen aus dem Netz wirklich Glauben schenken will“, sagt Univ.-Prof. Johannes Huber.

Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe erklärt zu dieser Thematik weiter: „Ich habe mich gerne bereit erklärt, den Themenbereich Frauengesundheit auf der Plattform mednanny zu betreuen, da es mir wichtig ist, dass Frauen ihre Gesundheitsvorsorge ganz bewusst und selbstbestimmt in die Hand nehmen. Dazu bedarf es keiner umfassenden Texte, sondern kurzer, klarer Hinweise und einem Fokus auf die wichtigsten Fakten.“

Familienfunktion

Primar Heinz Drexel, Internist und Leiter des VIVIT-Instituts am Landeskrankenhaus Feldkirch, verdeutlicht die durchaus hilfreiche Unterstützung des Internets an einem speziellen Beispiel aus dem Themenbereich Cholesterin: „Eine Familienfunktion, die es ermöglicht, für Angehörige Termine zu buchen und Arztkontakte sowie Gesundheitsdaten zu verwalten, ist interessant bei Erkrankungen, die eine genetische und vererbbare Komponente haben, wie die familiäre Hypercholesterinämie.“

Dabei handelt es sich um eine vererbbare Störung des Cholesterinstoffwechsels. „Diese angeborene Stoffwechselstörung führt zu stark erhöhten Cholesterinwerten im Blut, auch bei relativ gesunden Ernährungsgewohnheiten“, erklärt Heinz Drexel. Träger dieser Erbfaktoren sind überdurchschnittlich häufig schon in jüngeren Jahren von Herzinfarkten und anderen Gefäßkrankheiten betroffen. Die familiäre Hypercholesterin­ämie trifft rund eine von 200 Personen. „Durch die Vererbbarkeit sind dies oft ganze Familien“, führt Drexel aus. Online-Services wie Familienfunktionen sind laut dem Mediziner immer auch dann sehr nützlich, wenn ein Familienmitglied engagiert als Gesundheitsmanager innerhalb der Familie agiert.