Ausbildungsstatus für alle Spitäler

28.07.2016 • 14:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nun können sich angehende Mediziner auch im Landeskrankenhaus Rankweil praxisnah orientieren.  Foto: khbg
Nun können sich angehende Mediziner auch im Landeskrankenhaus Rankweil praxisnah orientieren.  Foto: khbg

LKH Rankweil seit Juli 2016 Ausbildungspartner der Medizinischen Universität Wien

Rankweil. Seit 1. Juli ist auch das Landeskrankenhaus Rankweil ein „Akademisches Lehrkrankenhaus“. Damit verfügen nun alle Landeskrankenhäuser über diesen Status. Insgesamt stehen Medizinstudenten 74 Plätze für das klinisch-praktische Jahr zur Verfügung, das im sechsten und damit letzten Ausbildungsjahr an entsprechend approbierten Krankenhäusern absolviert wird. Die Ausbildungspartner sind die Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz.

Im Landeskrankenhaus Rankweil, dessen Ausbildungspartner die Medizinische Universität Wien ist, stehen acht Plätze an der Erwachsenen-, Geronto-, Kinder-und Jugendpsychiatrie sowie der Neurologie zur Verfügung. „Diese Anerkennung bedeutet, dass wir in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Wien den Studenten im klinisch-praktischen Jahr das Tertial Psychiatrie bzw. Neurologie anbieten können“, freut sich Chefarzt Primar Jan Di Pauli über die neue Möglichkeit, Mediziner auszubilden. „Der Student erhält einen umfassenden Einblick in die jeweiligen Fächer. Da wir einen Versorgungsauftrag für ganz Vorarlberg haben, können wir garantieren, dass die Studenten jedes relevante Krankheitsbild sehen. Durch unsere breite Ausbildung bekommen sie auch Einblick in die wichtigsten Therapiemethoden. Bei guter Motivation können die Studenten in die Basisausbildung wechseln und anschließend in die Facharztausbildung übernommen werden. Sie sind selbstverständlich in das Ärzteteam voll eingebunden“, betont Di Pauli.

Zusätzliche Stelle

Das Landeskrankenhaus Hohenems ist seit 2015 „Akademisches Lehrkrankenhaus“ für die Medizinischen Universitäten Innsbruck und Wien und bildet jeweils vier Mediziner an der Pulmologie (Lungenheilkunde) sowie an der Inneren Medizin aus. Ab 2017 ist Hohenems mit einer weiteren Stelle auch Ausbildungspartner für die MedUni Graz.

Wichtiger Schritt

In Vorarlberg ist die Ärztesituation in den Krankenhäusern zwar besser als in manchen anderen Bundesländern. „Aber wir dürfen nicht stehenbleiben. Die Möglichkeit, angehende Ärztinnen und Ärzte bei uns auszubilden, ist ein wichtiger Schritt bei der Rekrutierung von Fachkräften“, erklärt Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG). „Wir schätzen auch die Arbeit der KPJ-Praktikanten besonders und bezahlen ihnen 579,70 Euro pro Monat, was uns etwas von Mitbewerbern abhebt. Außerdem sind die KPJ–Studenten während dieser Zeit bei der Sozialversicherung angemeldet“, führt Fleisch weitere Vorteile ins Treffen.

102 Turnusarztstellen

Bei den Turnusärzten wurde die Ausbildungsqualität dahingehend verbessert, dass es ein einheitliches Tätigkeitsprofil gibt, angeboten wird außerdem ein vergleichsweise höheres Gehalt in den 36 Monaten (durchschnittlich 72.000 Euro Jahresgehalt brutto inklusive Diensten) sowie eine Entlastung bei administrativen Aufgaben durch das neugeschaffene Berufsbild der Arzt- und Dokumentationsassistentinnen. Die LKH-Turnusärzte bekommen zudem einen Notarztausbildung sowie einen Sonographiekurs bezahlt. „Wir wollen auch in Zukunft gute Ärztinnen und Ärzte beschäftigen. Daher müssen wir ein entsprechendes Arbeitsangebot schaffen, um ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben“, weiß KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch um zukünftige Aufgaben.