Insektengift-Allergie: Die Gefahr fliegt mit

26.08.2016 • 07:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Die Insekten sind auch in Gebieten anzutreffen, in denen man sie nicht vermutet.

Schwarzach. Sommer, Sonne, Urlaubszeit. Für Insektengift-Allergiker ist die schönste Zeit im Jahr zugleich auch eine Zeit, die besondere Gefahren birgt. Denn ein einziger Stich einer Biene, Wespe, Hornisse oder Hummel kann für sie lebensbedrohlich sein. Nicht einmal auf Reisen in ferne Länder oder Wanderungen in luftige Höhen ist man als Allergiker sicher, denn die Insekten sind weltweit anzutreffen – auch in Gebieten, in denen man sie nicht vermutet, warnt Biologe Wolfgang Hemmer vom Floridsdorfer Allergiezentrum.

Jeder Mensch, der mindestens einmal in seinem Leben gestochen wurde, kann eine Insektengift-Allergie entwickeln. In Österreich sind etwa 300.000 Personen schwer allergisch gegen das Gift einer Biene oder Wespe. Sie reagieren mit Juckreiz und Nesselausschlag am ganzen Körper, Anschwellen von Lippen, Augen, Gesicht oder Hals, Hitzewallungen, Übelkeit oder Schwindel. Im schlimmsten Fall kann innerhalb weniger Minuten ein lebensgefährlicher anaphylakti-

scher Schock mit Herz-Kreislauf-Pro-

blemen, Atemnot, Schluck- und Sprechbeschwerden sowie Bewusstlosigkeit folgen. Ohne sofortige Notfall-Medikamente kann das auch tödlich ausgehen.

Kaum ein Entrinnen

Eine wichtige Säule der Allergie-Therapie ist die Allergenvermeidung. Ein Entrinnen vor Insekten gibt es allerdings kaum: „Die Honigbiene wird weltweit kultiviert. Ihr kann man also fast überall begegnen“, zerschlägt Wolfgang Hemmer die Hoffnung, der Gefahr wenigstens im Urlaub entfliehen zu können. „In Asien gibt es außerdem zwei weitere Honigbienenarten, deren Gift praktisch identisch ist. Die sogenannte ,Killerbiene‘ – die afrikanisierte Honigbiene – kommt in Süd- und Mittelamerika vor und fliegt bis in die südliche USA.“ Auch die Wespe ist weltweit verbreitet: „Für Wespengift-Allergiker ist die gesamte kühlgemäßigte und subtropische Klimazone auf der Nordhalbkugel gefährlich sowie ein paar Orte auf der Südhalbkugel. Halbwegs sicher sind die kaltgemäßigten und subpolaren Gebiete, wie zum Beispiel das nördliche Skandinavien sowie die Tropen“, führt der Biologe aus. In ganz Europa (außer in Skandinavien), Kanada, USA, Sibirien und Ostasien unterwegs ist nicht zuletzt die Hornisse. „Dazu gibt es etliche andere Hornissenarten, deren Gift dem unserer Hornisse vermutlich sehr ähnlich ist und mit Wespengift kreuzreagiert, wie etwa die Orientalische Hornisse, die im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika und auch in Südeuropa vorkommt und auch nach Madagaskar und nach Mexiko verschleppt wurde. In Asien gibt es die Riesenhornisse, die auch in tropischen Arealen wie Thailand, Indochina, China, Indien, Sri Lanka, Japan vorkommt“, erläutert der Experte. Selbst in höheren Lagen findet man laut Hemmer keinen sicheren Schutz vor den Insekten. „Am ehesten gehen Wespen nicht sehr hoch hinauf. Bienen und Hummeln sind jedoch durchaus noch in hohen Lagen zu finden.“

Umfassend informiert

Informationen rund um Allergien auf Stiche von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln sowie Tipps und Hilfestellung finden Interessierte auf www.initiative-insektengift.at oder über die App „Stichalarm“, die gemeinsam mit Allergologen entwickelt wurde.