Normalgewicht senkt das Risiko für viele Krebsarten

Gesund / 02.09.2016 • 08:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Je stärker ausgeprägt die Fettleibigkeit ist, desto höher das Krebsrisiko“, sagt Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Foto: APA
„Je stärker ausgeprägt die Fettleibigkeit ist, desto höher das Krebsrisiko“, sagt Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Foto: APA

Forscher der IARC analysierten den Zusammenhang von Krebs und Gewicht.

Lyon, Heidelberg. Wer übergewichtig ist, hat Experten zufolge ein erhöhtes Risiko für viele Arten von Krebs. Das war für einige Krebsarten bekannt und wurde nun von der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC für weitere bestätigt. Dazu hatten Forscher rund 1000 Studien zum Zusammenhang von Krebs und Gewicht analysiert. „Die umfassende Auswertung unterstreicht den Nutzen, den die Beibehaltung eines gesunden Körpergewichts hat, um das Risiko mehrerer unterschiedlicher Krebs-Typen zu reduzieren“, erklärt Studienleiterin Beatrice Lauby-Secretan. Die Agentur, die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört, sprach von einem „krebsvorbeugenden Effekt des Nicht-Fettleibigseins“.

Auswertung bestätigt

Mit den Studien zum neuen „Handbuch der Krebsprävention“ bestätigten die Forscher einerseits eine Auswertung von 2002, der zufolge das Beibehalten des Normalgewichts das Risiko für Darm- und Enddarmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren, Gebärmutterkrebs, Speiseröhrenkrebs und Nierenzellkrebs senkt. Nun gebe es hinreichende Belege für weitere Krebsarten, die bei Übergewicht vermehrt auftreten: darunter Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Eierstockkrebs und Karzinome im oberen Magenbereich. Das Ergebnis gilt nach IARC-Angaben für Erwachsene mittleren Alters.

Die Daten wiesen auf einen Zusammenhang von „Dosis und Wirkung“ hin, sagt der beteiligte Epidemiologe Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum: „Je stärker ausgeprägt die Fettleibigkeit ist, desto höher das Krebsrisiko.“ Die Datenlage reicht laut Kaaks nicht aus, um zu prüfen, ob eine drastische Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen das Krebsrisiko wieder senken könnte. Ein Schritt zur Prävention sei daher eher, erst gar keine überzähligen Pfunde anzusammeln. Nach internationalen Schätzungen ließen sich in Deutschland 25.000 Krebsfälle verhindern, wenn kein Mensch Übergewicht hätte.