Besondere Expedition in die Kälte

27.01.2017 • 08:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Mount Vinson in der Antarktis in seiner ganzen Pracht. Der Aufstieg verlangt allerdings vollen Einsatz von jedem Alpinisten.
Der Mount Vinson in der Antarktis in seiner ganzen Pracht. Der Aufstieg verlangt allerdings vollen Einsatz von jedem Alpinisten.

Selbst entwickelte Spezialnahrung brachte Wolfgang Grabher auf den Mount Vinson.

Bregenz. (VN-mm) „Ich bin kein Extremalpinist“, sagt Wolfgang Grabher. Trotzdem suchte der 46-Jährige das Extrem und erklomm unlängst den höchsten Berg der Antarktis. Der Mount Vinson, immerhin 4892 Meter hoch, zählt zu den sogenannten 7 Summit, also zu jenen sieben Gipfeln, deren Besteigung das Ziel vieler Bergsteiger ist. Grabher indes hatte mit seiner Expedition in die Kälte anderes im Sinn. Er wollte beweisen, dass es mit einer von ihm entwickelten veganen Spezialnahrung und nur gut 960 Kalorien pro Tag möglich ist, die gleiche Leistung wie ein Spitzensportler zu erbringen. Das Experiment gelang. Wolfgang Grabher erreichte sogar als erster der insgesamt 19 Teilnehmer den Gipfel. Was ihn ebenfalls freut: „Ich war auch der erste Bergsteiger, der nach dem 50-Jahr-Jubiläum der Erstbesteigung am Mount Vinson stand.“ An den elf Expeditionstagen nahm er insgesamt nur 9888 Kalorien zu sich, allerdings in Form dichtester Nährstoffe.

25 Gramm geballte Kraft

Schon vor sechs Jahren plante der gelernte Koch einen Ausflug in die Antarktis. Was ihn dabei verwunderte: „Es gab kein perfekt auf den Körper abgestimmtes Lebensmittel auf wissenschaftlicher Basis für diese Temperaturen.“ Bei minus 40 Grad waren für ihn Äpfel und Salat mit einem Wasseranteil von bis zu 90 Prozent keine Option. Also begann Werner Grabher, sich intensiv mit der Materie zu beschäftigen. Sein Ziel: ein Produkt zu schaffen, das alles enthält, was der Körper braucht, dabei aber zu 100 Prozent natürlich, vegan und ohne Zusätze von chemischen Vitaminen und Mineralstoffen ist. Zudem sollte die Anwendung auch unter schwierigsten Bedingungen möglich sein.

Im Zuge seiner Tüftelei analysierte Grabher über 15.000 Lebensmittel, untersuchte, wie sie zusammenpassen und welche Nährstoffdichte sie aufweisen. „Das Schwierigste war, die belastenden Inhaltsstoffe herauszufiltern“, erzählt er, während er einen der nur 25 Gramm schweren Würfel auspackt und in der Mitte teilt. Es könnte gut und gerne auch ein Schokoladenwürfel sein. Doch davon ist „Vegisan“, wie er seine Entwicklung genannt hat, weit entfernt. Was sich Wolfgang Grabher genüsslich in den Mund schiebt, ist eine Granate an konzentrierten Nährstoffen. Alle sind laut seinen Angaben zertifiziert, alle von der renommierten ETH in Zürich geprüft. Diese Prüfung wurde durch die Firma Migros, den größten Schweizer Lebensmittelkonzern veranlasst. Inzwischen vermarktet Migros das Produkt in über 400 seiner Fitnessstudios. Grabher selbst berichtet von rund 100.000 Kunden, die seine fertig portionierten Powerwürfel regelmäßig konsumieren. Immerhin darf das Produkt mit 69 gesundheitsbezogenen Angaben beworben werden. Zudem unterhält Grabher in Österreich, Deutschland und der Schweiz eine rege Vortragstätigkeit.

Konstante Leistung

Mit nur 96 Kalorien stellt der Würfel außerdem ein Leichtgewicht dar. Das Besondere daran erklärt sein Entwickler so: „Wenn alle 90 Minuten ein solcher Riegel gegessen wird, läuft die Energie- und Nährstoffversorgung gleichmäßig ab.“ Damit kann die Leistungsfähigkeit konstant gehalten werden. Das brachte Wolfgang Grabher auch den Gipfelsieg am Mount Vinson, obwohl er mit bis zu 30 Kilo Gewicht im Rucksack mehr als 42 Kilometer und 7000 Höhenmeter zu bewältigen hatte. Experten und Guides seien skeptisch gewesen. „Am Ende haben alle 19 Personen per Unterschrift bestätigt, dass ich es geschafft habe“, zeigt Grabher stolz die Packung mit den Schriftzügen.

Kalorien für Afrika

Obwohl er, wie der Lebensmittelexperte beteuert, nie ein Produkt zum Abnehmen schaffen wollte, soll „Vegisan“ aufgrund der geringen Kalorienzahl auch dabei helfen können. Der Erfinder selbst plädiert jedoch eher für einen wöchentlichen Entlastungstag zur Schonung der Organe. Genuss darf nämlich sein. Gleichzeitig möchte Wolfgang Grabher mit seinem Produkt die Entlastung von Ackerböden unterstützen und Menschen in Afrika helfen. Eingesparte Kalorien gehen an die von Karlheinz Böhm gegründete Aktion „Menschen für Menschen“. Im Oktober reiste Wolfgang Grabher nach Addis Abeba, um 730 Millionen Kalorien zu spenden. Damit können 1000 Kinder ein Jahr lang mit ortsüblichen Nahrungsmitteln versorgt werden. Unterstützt wird er dabei von Migros und der Firma Flatz in Lauterach. Eine Packung für vier Tage kostet 68 Euro. Für die Herstellung hat Grabher in der Schweiz inzwischen auch eine eigene Produktionsanlage errichtet.

Geschafft: Mit berechtigtem Stolz posiert Wolfgang Grabher vor dem imposanten antarktischen Bergmassiv. Fotos: grabher, mohr
Geschafft: Mit berechtigtem Stolz posiert Wolfgang Grabher vor dem imposanten antarktischen Bergmassiv. Fotos: grabher, mohr
Auf dieser Verpackung findet sich die Bestätigung der Leistung.
Auf dieser Verpackung findet sich die Bestätigung der Leistung.

Weitere Infos unter
www.vegisan.com