Diabetes im Mittelpunkt

27.01.2017 • 08:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die richtige Messung des Blutzuckers müssen Diabetiker unbedingt beherrschen. Foto: ada
Die richtige Messung des Blutzuckers müssen Diabetiker unbedingt beherrschen. Foto: ada

Am 4. Februar findet im Vereinshaus Rankweil der erste Landes-Diabetestag statt.

Rankweil. In Vorarlberg leben ca. 15.000 bis 20.000 Diabetiker, und jedes Jahr kommen mindestens 1200 Betroffene neu dazu. Zusätzlich wissen 5000 bis 7000 Personen nicht, dass sie „Zucker“ haben. Bei den über 60-Jährigen haben 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung Diabetes oder sind gefährdet. Um das Wissen im Umgang mit dieser Diagnose und das Bewusstsein für das Erkrankungsrisiko zu verbessern, veranstaltet die Selbsthilfegruppe „Aktive Diabetiker Austria – Gruppe Feldkirch“ am Samstag, 4. Februar von 13 bis 19 Uhr im Vereinshaus Rankweil den ersten Vorarlberger Landes-Diabetestag. „Außerdem wollen wir Betroffenen und Angehörigen vermitteln, dass sie mit ihrem Problem nicht allein dastehen“, erklärt Koordinator Wolfgang Frick. Auf die Besucher warten interessante Vorträge zum Themenkreis „Bin ich betroffen – was kann ich tun?“. Außerdem können sich Interessierte gratis den Langzeitzuckerwert testen lassen. Abgerundet wird der Landesdiabetestag von einer Ausstellung zu den Bereichen Beratung und Industrie.

Häufigste Erkrankung

Bei Diabetes handelt es sich um die weltweit häufigste Stoffwechselerkrankung. Es gibt zwei Formen, nämlich Typ 1 und Typ 2 sowie einzelne Sonderformen. Das größte Problem dabei: Zu niedrige Blutzuckerwerte über einen langen Zeitraum können massive Gesundheitsschäden verursachen. Akut kann es zu Bewusstlosigkeit mit Lebensgefahr kommen.

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulinherstellung nicht mehr funktioniert. Diese Patienten sind auf die ständige Versorgung mit künstlichem Insulin angewiesen. Etwa sechs bis acht Prozent der Diabetes-Patienten sind von dieser Erkrankung betroffen. Sie wird meistens im Kindes- oder Jugendalter, aber oft auch im Alter von 30 bis 40 Jahren diagnostiziert Diabetes Typ 2 ist eine Stoffwechselstörung und betrifft 90 bis 95 Prozent der Diabeteserkrankten. Durch Insulinmangel oder, wenn das Insulin nicht mehr ausreichend wirkt, kann der Zucker im Blut nicht in die Zellen geschleust werden. Das führt zu einem erhöhten Blutzuckerwert. Bleibt er unbehandelt, führt das zu Ablagerungen in den feinen Blutgefäßen und Nerven. Diabetes Typ 2 ist meistens mit Übergewicht und Bewegungsmangel verbunden. Auch eine genetische Veranlagung erhöht das Erkrankungsrisiko.

Veränderung des Lebensstils

Eine Therapie strebt in erster Linie eine Veränderung des Lebensstils an. Mit einer guten Ernährung sowie regelmäßiger Bewegung lassen sich die Blutzuckerwerte auf ein Normalmaß senken. Geeignete Bewegungsarten sind flottes Gehen, Nordic-Walking, Joggen, Schwimmen, Tanzen, Gymnastik und leichtes Kraft- und Ausdauertraining. Aber: „Jede regelmäßige Bewegung hilft, die Blutzuckerwerte zu reduzieren“, betont Frick. Auch eine medikamentöse Behandlung ist möglich. Im Rahmen von „Therapie-Aktiv“ bieten die Sozialversicherungsträger über den aks auch regelmäßige Schulungen bzw. Auffrischungen an, in denen der praktische Umgang mit der Krankheit gelernt wird.

Die richtige Messung des Blutzuckers müssen Diabetiker unbedingt beherrschen. Foto: ada
Die richtige Messung des Blutzuckers müssen Diabetiker unbedingt beherrschen. Foto: ada

Programm

Landesdiabetestag:
4. Februar 2017, 13 bis 19 Uhr

Vereinshaus Rankweil,
Untere Bahnhofstraße 10

» Begrüßung: LR Christian Bernhard, Werner Gohm, Manfred Brunner, Bürgermeister Martin Summer

» Dr. Franziska Wagner: „Was ist
Diabetes – bin ich gefährdet?“

» Primar Stefan Mennel: „Das Diabetische Auge “

» OA Emanuel Zitt: „Die Diabetische Niere“

» Marianne Jaspers: „Pflege beim diabetischen Fuß“

» FA Alexander Vonbank: „Zukunftsperspektiven bei Diabetes Typ 1 und 2“

» Podiumsdiskussion mit den Referenten, Joe Meusburger, Diabetesberater/ÖDG und betroffener Diabetiker, sowie Kathrin Prantl, VGKK