Mit Blaulicht ins Krankenhaus

Gesund / 10.02.2017 • 10:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ersthelfer sollten dafür sorgen, dass die Rettungskette im Spital nahtlos fortgesetzt werden kann. Foto: vn/hb
Ersthelfer sollten dafür sorgen, dass die Rettungskette im Spital nahtlos fortgesetzt werden kann. Foto: vn/hb

Das 1×1 der Notfallmedizin bei MedKonkret und Rosen für die Damen zum Valentinstag.

Feldkirch. (VN-mm) Verlorene Zeit kostet Leben. Das ist eine unumstößliche Tatsache bei einem Notfall. Deshalb muss jeder, der zu einem Unfall oder medizinischen Notfall kommt, eingreifen. „Das oberste Prinzip lautet: Man kann nichts falsch machen. Wichtig ist, Zivilcourage und Hausverstand zu zeigen, denn die Rettungskräfte werden immer zu spät sein, wenn am Notfallort nicht geholfen wird“, betont Primar Reinhard Folie, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin im LKH Bregenz. Doch bei vielen liegen die Erste-Hilfe-Kenntnisse schon sehr weit zurück. MedKonkret macht diese überlebenswichtige Sache deshalb zum Thema. Reinhard Folie, dessen Abteilung jährlich rund 2000 Notarzteinsätze absolviert, erklärt am Dienstag, 14. Februar 2017, ab 19 Uhr im Panoramasaal des LKH Feldkirch, was abseits von Rettungsgasse und Alarmierung der Einsatzkräfte noch zu tun ist. Im Vorfeld bietet die Firma Neuroth wieder kostenlose Hörtests an. Aber auch auf den Valentinstag wird nicht vergessen. Für alle MedKonkret-Besucherinnen gibt es eine Rose.

Übersicht verschaffen

Wer zu einem Unfall mit Verletzten kommt, sollte sich zuerst einen Überblick verschaffen. „Das ist für die Alarmierung der Rettungskräfte wichtig“, erklärt Reinhard Folie. Allerdings ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Die eigene Sicherheit muss Vorrang haben. Dann erst wird der Notruf 144 gewählt. Sind die Rettungskräfte verständigt, muss das Unfallopfer, wenn möglich, aus dem Gefahrenbereich geborgen werden. „Jede Autoapotheke beinhaltet Handschuhe“, mahnt Folie, diese auch zu verwenden. Gleiches gilt für die Warnweste.

So gerüstet folgt man den Maßnahmen aus dem Erste-Hilfe-Kurs: Bewusstsein und Atmung prüfen, falls Lebenszeichen vorhanden sind, sollte ein Bewusstloser in eine stabile Seitenlage gebracht werden. Jedes Notfallopfer sollte man zudem vor weiterer Auskühlung schützen. Reagiert die betroffene Person nicht auf Ansprache und finden sich keine Lebenszeichen, sind sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen mit Herzdruckmassage und Beatmungen einzuleiten, und das bis zum Eintreffen des Rettungsteams. „Auch hier können Sie keine Fehler machen, es sei denn, Sie machen nichts“, betont der Arzt noch einmal. Bei der Hilfeleistung unterstützt der Disponent der Rettungsleitstelle. „Deshalb das Handy nicht sofort nach der Alarmierung auflegen, sondern warten, bis die Leitstelle das Gespräch beendet“, lautet ein weiterer wichtiger Hinweis.

Keine Selbsteinweisung

Bei Notfällen sollte auch niemand selbst ins Krankenhaus fahren, besonders dann nicht, wenn es um Kinder geht. „Weil Angehörige meist zu aufgeregt sind“, begründet Folie. Ein Rettungsteam kann vor Ort schneller professionelle Hilfe leisten. Ist das Rettungsauto in Richtung Krankenhaus unterwegs, sind die ersten großen Notfallmaßnahmen schon geschehen, auch jene, die gewährleisten, dass die Rettungskette im Spital nahtlos fortgesetzt werden kann.

MedKonkret

Mit Blaulicht ins Krankenhaus – Das 1×1 der Notfallmedizin

» Referent: Primar Reinhard Folie, Anästhesie und Intensivmedizin, LKH Bregenz

» Termin: Dienstag, 14. Februar 2017, Panoramasaal LKH Feldkirch

» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr, Parken in der LKH-Tiefgarage für MedKonkret-Besucher frei

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