Mehr junge Erwachsene leiden an Kopfschmerzen

14.04.2017 • 07:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beruflicher und schulischer Druck können jungen Menschen das Leben mitunter ganz schön schwer machen. 
Beruflicher und schulischer Druck können jungen Menschen das Leben mitunter ganz schön schwer machen. 

Medikamente helfen nicht immer, manchmal kann es der Sport.

berlin. Kopfschmerzen können einem den Alltag vermiesen. Auf lange Sicht gefährden sie sogar die berufliche Existenz. Medikamente helfen nicht immer – manchmal tut es Sport. Fast zehn Prozent der Deutschen gehen mindestens einmal im Jahr wegen Kopfschmerzen zum Arzt. Besonders auffällig: Immer mehr junge Erwachsene trifft die Diagnose. Dies geht aus einem Arztreport der gesetzlichen Krankenkasse Barmer hervor, der in Berlin vorgestellt wurde.

Im Zeitraum 2005 bis 2015 ist demnach der Anteil der 18- bis 27-Jährigen mit Kopfschmerzdiagnosen um 42 Prozent gestiegen. Inzwischen seien 1,3 Millionen junge Erwachsene von einem ärztlich diagnostizierten Pochen, Klopfen und Stechen im Kopf betroffen, 400.000 mehr als 2005. Am häufigsten seien Kopfschmerzen im Alter von 19 Jahren diagnostiziert worden.

Unter Druck

Die Gründe für den Anstieg bei jungen Erwachsenen seien noch nicht ganz klar, erläuterte Barmer-Chef Christoph Straub. Er könnte möglicherweise ein Beleg dafür sein, dass der Druck auf die jungen Menschen zugenommen habe.

Insgesamt gibt es um die 250 Arten von Kopfschmerzen. Die Barmer-Studie hat sich auf Spannungskopfschmerzen und Migräne konzentriert. Die Dunkelziffer nicht behandelter Kopfschmerzen dürfte noch wesentlich höher liegen. Medikamente helfen hierbei nicht immer, wie Straub unterstrich.

Eine Umfrage im Auftrag der Barmer belege einen bedenklichen Tablettenkonsum. Als Migränemittel etwa würden fast ausschließlich Mittel aus der Substanzgruppe der Triptane, vor allem Sumatriptan, verordnet. Sie gelten demnach als Wundermittel für Migränepatienten, können jedoch unerfreuliche Nebenwirkungen haben, nämlich Kopfschmerzen. Der Alltag könne für diese Patienten zur Qual werden. Gerade bei jungen Erwachsenen könne die berufliche oder universitäre Existenz gefährdet werden. Doch „Sport, Entspannungstechniken oder eine gesunde Lebensführung könnten vielen aus der Pillenfalle helfen“.