Schlaganfall bedeutet Notfall

14.04.2017 • 07:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine Stroke Unit ist eine speziell auf die Behandlung von Schlaganfällen ausgerichtete Abteilung. Foto: vn/hofmeister
Eine Stroke Unit ist eine speziell auf die Behandlung von Schlaganfällen ausgerichtete Abteilung. Foto: vn/hofmeister

MedKonkret befasst sich mit bedrohlichem Thema. Primar Werner referiert in Dornbirn.

Dornbirn. (VN-mm) Nach dem Herzinfarkt ist der Schlaganfall nicht nur die häufigste Todesursache. Er ist auch gefürchtet, weil die Folgen das ganze weitere Leben massiv beeinflussen können. Deshalb zählt, wenn erste Symptome auftreten, buchstäblich jede Minute. Denn mittels früher medizinischer Intervention lassen sich Auswirkungen in Grenzen halten oder gänzlich verhindern. Worauf es im Falle des Falles ankommt, darüber informiert Primar Philipp Werner, Leiter der Stroke Unit im Landeskrankenhaus Feldkirch, beim MedKonkret-Vortrag am Dienstag, 18. April 2017, ab 19 Uhr im Foyer der Messe in Dornbirn. Vor der Veranstaltung bietet Neuroth wieder kostenlose Hörtests an.

Neue Therapieoptionen

Österreichweit passiert alle 22 Minuten ein Schlaganfall. Auch Vorarlberg hat eine relativ hohe Schlaganfallrate. Pro Jahr trifft es rund 1100 Personen. Die mit einem Anteil von 85 Prozent häufigste Form des Schlaganfalls ist der Hirninfarkt („Stroke“). „Hier wird eine Arterie, die eine bestimmte Gehirnregion mit Blut bzw. Sauerstoff versorgt, durch ein Blutgerinnsel verstopft“, erklärt Primar Philipp Werner. Es treten Symptome wie plötzliche Lähmungen an Arm und Bein, Sprachstörungen, Gefühls- und Gleichgewichtsstörungen sowie Sehstörungen auf, je nachdem, welches Areal im Gehirn betroffen ist. Auslöser ist meist eine Arteriosklerose, besser bekannt als Gefäßverkalkung.

Die wiederum wird durch hohen Blutdruck, hohe Blutfettwerte, Rauchen und Diabetes begünstigt. Gleiches gilt für Herzrhythmusstörungen, indem sie im Herzen Blutgerinnsel bilden, die bis ins Gehirn verschleppt werden und dort Blutgefäße verstopfen können. Treten Anzeichen eines Schlaganfalls auf, heißt es rasch handeln. „Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Es kann jeden immer und überall treffen“, verdeutlicht Werner. Und er betont: „Innerhalb von maximal 4,5 Stunden muss das betroffene Blutgefäß wieder durchgängig gemacht werden.“ Eine Behandlung war bisher fast ausschließlich in Form der sogenannten Thrombolyse möglich, bei der mit einer Medikamenteninfusion das Blutgerinnsel im Gehirn aufgelöst und das verstopfte Gefäß wieder durchgängig gemacht wird. Seit etwa einem Jahr jedoch steht nun eine zweite Therapie zur akuten Behandlung des Schlaganfalls zur Verfügung, nämlich die mechanische Entfernung des Blutgerinnsels mittels eines Gehirnkatheters.

Der Eingriff erfolgt an einer Schlaganfalleinheit, im Fachjargon auch Stroke Unit genannt. An der neurologischen Abteilung des Landeskrankenhauses Feldkirch gibt es seit vier Jahren eine solche Einheit. Eine zwischen Ärzten, Pflegepersonen und Therapeuten abgestimmte Versorgung der Patienten ist das Erfolgsrezept der Stroke Units. In Österreich gibt es 38 solcher Einheiten.

MedKonkret

„Es trifft mich der Schlag“ – Notfall Schlaganfall

» Referent: Primar Philipp Werner, Institut für Akutneurologie und Schlaganfall (IANS), LKH Feldkirch

» Termin: Dienstag, 18. April 2017, Foyer Messe Dornbirn, Halle 13

» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

» Eintritt frei, kostenloses Parken