Frühere Prävention nötig

Gesund / 02.06.2017 • 09:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein gesunder Lebensstil nützt Mutter und Kind. Foto: dpa
Ein gesunder Lebensstil nützt Mutter und Kind. Foto: dpa

Schwangerschaftsdiabetes zählt zu den häufigsten Begleit­erkrankungen.

graz. Die mit einer Schwangerschaftsdiabetes verbundenen stark erhöhten Blutzuckerwerte steigern das Risiko von Komplikationen vor, während und nach der Geburt. Besonders oft sind übergewichtige Frauen betroffen. Ergebnisse einer europäischen Studie lassen eine Lebensstiländerung vor dem vierten Schwangerschaftsmonat ratsam erscheinen.

Übergewichtige Schwangere mit wenig Bewegung haben ein höheres Risiko, einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln. „Die Stoffwechselstörung kann zwar nach der Geburt wieder verschwinden, sie birgt  dennoch die Gefahr negativer Auswirkungen für Mutter und Kind“, weiß Gernot Desoye von der MedUni Graz. Aufgrund der erhöhten Blutzuckerwerte könnte sich der Stoffwechsel des Kindes schon vor der Geburt auf das ständige Kohlehydrat-Überangebot einstellen, es kann zu Fehlbildungen kommen und die Mütter selbst haben zudem ein erhöhtes Risiko, im späteren Leben Diabetes zu bekommen.

In Graz wird diese Stoffwechselstörung nicht nur behandelt, sondern auch intensiv beforscht. Zuletzt wurden unter der Koordination von Desoye gemeinsam mit Partnern aus neun europäischen Ländern an rund 600 übergewichtigen Schwangeren die Wirksamkeit von Ernährungsänderung sowie verstärkter körperlicher Aktivität untersucht und Empfehlungen erarbeitet.

Die zentrale Erkenntnis: „Entscheidend ist, noch vor dem vierten Monat auf einen gesunden, aktiven Lebensstil umzusteigen“, hielt Mireille van Poppel vom Institut für Sportwissenschaft der Uni Graz fest. Denn: „Jene Teilnehmerinnen, die im zweiten Drittel der Schwangerschaft sowohl die Ernährung als auch ihr Bewegungsverhalten geändert hatten, nahmen bis zum achten Monat am wenigsten zu.“ Allerdings habe das keinen positiven Einfluss mehr auf das Risiko gehabt, Schwangerschaftsdiabetes zu bekommen.