Kampagne nimmt gefährliche Arbeitsstoffe ins Visier

11.05.2018 • 07:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Bei „Team Styria“ werden nun fremdbelüftete Schweißhelme verwendet.

Die Stoffe sind für etwa ein Zehntel der Krebstoten verantwortlich.

Wien Karzinogene Arbeitsstoffe sind für rund ein Zehntel der 20.000 jährlichen Krebstoten in Österreich verantwortlich. Im Rahmen einer EU-Kampagne will man diese Substanzen daher besonders ins Visier nehmen, kündigt Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) an. Österreich will sich bei der zweijährigen EU-Initiative „Gesunde Arbeitsplätze – Gefährliche Arbeitsstoffe erkennen und handhaben“ auf die krebserregenden Substanzen konzentrieren. Dazu müsse zunächst das Bewusstsein in den Betrieben geschärft werden, denn vielen wäre gar nicht bewusst, dass sie diese verwenden oder solche im Herstellungsprozess entstehen. Idealerweise könnten die Stoffe ersetzt werden oder durch technische Maßnahmen verhindert werden, dass Menschen damit in Kontakt kommen. Verbesserungen seien auch durch Änderungen im Arbeitsablauf möglich.

Weniger Folgekosten

Neben den Arbeitsinspektionen wird sich auch die AUVA maßgeblich einbringen, sagt der Leiter der Präventionsabteilung, Georg Effenberger. Die dafür vorgesehenen 500.000 Euro würden sich trotz des Sparkurses rechnen, da man sich dadurch mindestens das Zwei- bis Dreifache an Folgekosten sparen würde. Pro Jahr würden in Europa  rund 2,4 Milliarden Euro aufgrund arbeitsbedingter Krebserkrankungen ausgegeben. Wie komplex die Maßnahmen sein können, beschreibt Dietmar Hammer, Sicherheitsbeauftragter des „Team Styria“. Schweißrauch sowie Nickel- und Chrom-Staub hatten zu auffällig hohen Untersuchungsergebnissen geführt. Die mobilen Absauganlagen waren nicht ausreichend und wurden durch eine stationäre ersetzt. In stark belasteten Bereichen werden nun fremdbelüftete Schweißhelme verwendet. Die Arbeitskleidung wird durch Mietmonturen öfter getauscht und durch separate Spinde von der Privatkleidung getrennt. „Durch all diese Maßnahmen konnten wir die Werte wieder in den grünen Bereich bringen“, so Hammer.