Gefürchtete Diagnose

10.05.2019 • 07:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit Kurzem sind im Landeskrankenhaus Feldkirch auch Operationen am Gehirn möglich, bei denen der Patient teilweise wach sein muss.KHBG
Seit Kurzem sind im Landeskrankenhaus Feldkirch auch Operationen am Gehirn möglich, bei denen der Patient teilweise wach sein muss.KHBG

MedKonkret informiert über Hirntumore und Therapieoptionen.

Feldkirch Krebsdiagnosen erschüttern das Leben von Betroffenen und Angehörigen. Besonders gefürchtet sind Kopftumore. Die gute Nachricht: Gehirntumore sind im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen relativ selten und häufig auch gutartig. Zudem haben technische Weiterentwicklungen neurochirurgische Eingriffe zunehmend sicherer gemacht. Primar Richard Bauer, Leiter der Neurochirurgie im Landeskrankenhaus Feldkirch, gibt bei seinem MedKonkret-Vortrag am Dienstag, 14. Mai 2019, einen Überblick über die häufigsten Hirntumore und Einblicke in die zur Verfügung stehenden Operationsmethoden. Die Veranstaltung findet im Panoramasaal des LKH Feldkirch statt. Im Vorfeld bietet die Firma Neuroth wieder kostenlose Hörtests an.

Bis zu 120 Arten

Als einzige neurochirurgische Abteilung im Land versorgt die Ende 1993 eingerichtete Abteilung alle Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems. Jährlich werden von Richard Bauer und seinem Team 900 Operationen durchgeführt, davon rund 400 am Gehirn und 400 an der Wirbelsäule. Im Gehirn selbst können unterschiedliche Tumore entstehen. „Die Bandbreite reicht von gutartig über bösartig bis lebensbedrohend“, erklärt Bauer. Insgesamt unterscheidet die Medizin bis zu 120 verschiedene Tumorarten. Die Wahrscheinlichkeit, an einem bösartigen Gehirntumor zu erkranken, trifft sieben von 100.000 Menschen pro Jahr.

Sogenannte Meningeome treten am häufigsten auf. „Sie gehen von den Häuten des Gehirns aus, sind in den meisten Fällen aber gutartig“, kann Richard Bauer bestätigen. Deutlich anders sieht die Sache bei Tumoren aus, die den Stütz- und Nährzellen im Gehirn entspringen. Die Gliome, so der Fachausdruck, sind bei Erwachsenen meist bösartig. Noch häufiger als hirneigene Tumore treten allerdings Metastasen auf, die von einem bösartigen Tumor in einer anderen Körperregion abstammen und das Gehirn besiedeln. Ziel eines jeden Eingriffs ist es, so viel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen, ohne dass wichtige Funktionen wie Bewegung, Sensibilität, Seh- und Hörvermögen oder die Sprache in Mitleidenschaft gezogen werden. „Um das zu erreichen, werden solche Eingriffe mit hohem technischem Aufwand durchgeführt und minutiös geplant“, betont Primar Bauer. Dank des Fortschritts können Hirntumore heutzutage meist zur Gänze entfernt werden.

Drei-Säulen-Therapie

Die komplette Entfernung des Tumors kann entscheidend zur Lebensverlängerung beitragen. Der erste Schritt in der Therapie besteht deshalb fast immer in einer operativen Reduktion des Tumors. Der Abteilungsleiter verweist aber darauf, dass die Behandlung sehr stark von Interdisziplinarität geprägt ist und Neurochirurgen, Neurologen, Strahlentherapeuten, Onkologen, Anästhesisten, Neuropsychologen sowie Physio-, Logo- und Ergotherapeuten beansprucht. Bauer spricht außerdem von drei Säulen der Hirntumortherapie, die da sind: chirurgische Entfernung, Strahlentherapie und Chemotherapie. Mittlerweile ist es in Feldkirch, wie berichtet, sogar möglich, Operationen am wachen Patienten durchzuführen. VN-MM  

MedKonkret

Diagnose Kopftumor

Operationen am Gehirn

Referent Primar Richard Bauer, Neurochirurgie LKH Feldkirch

Termin Dienstag, 14. Mai 2019, Panoramasaal LKH Feldkirch

Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Eintritt frei, ebenso das Parken in der LKH-Parkgarage