Bewegung bis ins Alter bringt viel Nutzen

Gesund / 17.05.2019 • 09:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bewegung sollte auch Freude machen. Dann zeigt sie eine ganzheitliche Wirkung, die dem Körper langfristig zum Vorteil gereicht.fotolia
Bewegung sollte auch Freude machen. Dann zeigt sie eine ganzheitliche Wirkung, die dem Körper langfristig zum Vorteil gereicht.fotolia

Der Lohn ist eine längere Selbstständigkeit.

Wien Wer sich bis ins höhere Alter regelmäßig bewegt, bewältigt seinen persönlichen Alltag besser und länger, bleibt selbstständiger, ist damit nicht auf fremde Hilfe angewiesen und spart sich selbst und der Gesellschaft Kosten für Pflege und Betreuung: Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie an der MedUni Wien unter Leitung von Thomas Dorner und Richard Crevenna mit 3308 Probanden in Österreich mit einem Alter von 65 Jahren und mehr.

Empfehlungen

Das Ergebnis zeigt: Wer sich mehr und regelmäßig bewegt, kann alltägliche Aufgaben leichter und länger selbstständig bewältigen. Die Empfehlungen sind: Pro Woche zweimal muskelkräftigende Einheiten wie Kniebeugen mit einem Sessel – das ist die klassische Übung für ältere Personen – oder Kraftübungen mit einem Theraband oder im Fitness-Center sowie 150 Minuten pro Woche moderate Ausdaueraktivitäten, wie zügiges Gehen. Was moderat bedeutet? „So schnell zu gehen, dass man noch problemlos reden, aber nicht mehr singen kann“, sagt Thomas Dorner, der auch den Umfang der Kraftübungen präzisiert: „Empfohlen sind etwa zehn Übungen für die jeweils großen Muskelgruppen im Körper, jede Übung zu Beginn einmal, und eine Steigerung auf zwei- bis dreimal, und jede Übung so intensiv, dass etwa 12 bis 15 Wiederholungen möglich sind. Nach der 15. Wiederholung sollte keine weitere Wiederholung mehr möglich sein.“

Kettenreaktion

Fakt ist aber, dass von den rund 3300 Probanden nur rund ein Drittel das empfohlene Krafttraining absolviert und nur rund die Hälfte die nötige Ausdauerbewegung macht. Dabei sind die positiven Effekte offensichtlich: „Wer sich bewegt und regelmäßig kräftigt, bleibt selbstständiger, verfügt über einen höheren Selbstwert und ist dadurch weniger pflegebedürftig, das ist für den einzelnen Menschen, aber auch für die Gesellschaft ein Gewinn, weil er nicht von jemand anderem abhängig wird. In eine Abhängigkeit zu geraten, löst eine Kettenreaktion an negativen Konsequenzen aus bis hin zur Isolierung“, betont der Public-Health-Experte der MedUni Wien.

Richard Crevenna, Leiter der Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin der MedUni Wien, ergänzt: „Was mich immer wieder überrascht, ist, dass trotz der erwiesenen Benefits von Bewegung nach wie vor viel zu viele Menschen viel zu wenig körperlich aktiv sind. Hier bleibt nur eines: Weiterhin an einer breiten Awareness arbeiten!“