Welche Brille passt zu welcher Sportart?

Gesund / 24.05.2019 • 09:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Experten schätzen, dass etwa 40 Prozent aller fehlsichtigen Outdoor-Sportler beim Sport komplett auf eine optische Sportbrille oder Kontaktlinsen verzichten.
Experten schätzen, dass etwa 40 Prozent aller fehlsichtigen Outdoor-Sportler beim Sport komplett auf eine optische Sportbrille oder Kontaktlinsen verzichten.

Tipps vom Vorarlberger Berufsgruppensprecher der Augenoptiker/Optometristen.

Schwarzach Jährlich verunfallen laut KfV in Österreich mehr als 800.000 Menschen. Fast ein Viertel davon erleidet Sportverletzungen, die im Spital nachbehandelt werden müssen. Simon Bitsche, Vorarlberger Berufsgruppensprecher der Augenoptiker/Optometristen warnt: „Dennoch verzichten etwa 40 Prozent der fehlsichtigen Outdoor-Sportler darauf. Manche greifen zur Sonnenbrille, andere zur Alltagsbrille. Beide Varianten sind nicht optimal, da sie die Augen nur ungenügend schützen und sogar selbst eine Gefahr für diese darstellen können, wenn sie zu Bruch gehen.“ Der Vorteil von Sportbrillen liegt für Bitsche auf der Hand: Sie schützen vor UV-Licht, Feinstaub, Wind und Pollen. Sie sind in der Regel entspiegelt und bruchsicherer als Alltagsbrillen. Das Material ist robuster. Der Sitz ist fester und sicherer. Eine gute Ventilation verhindert das Beschlagen der Gläser. Oft sind sie auch aufgrund der Kunststoffgläser leichter. Aber Sportbrille ist nicht gleich Sportbrille. „Unter Umständen sind ja auch im individuellen Fall Kontaktlinsen vorzuziehen“, ergänzt der Experte. Was eine optische Sportbrille können muss? Bitsche erläutert:

Radfahren Beim Radfahren nehme man mitunter ordentlich Tempo auf, sagt Bitsche. Die passende Brille müsse daher vor Wind und Wetter schützen, ebenso vor UV-Strahlung und Blendung. „Achten Sie auf das große Sichtfeld und den Brillenrahmen. Gerade beim Radfahren ist die periphere Sicht für Sicherheit und Koordination enorm wichtig“, rät der Experte. Auch gute Belüftung sollte gewährleistet sein. Besonders guten Sitz müsse die Brille für Mountainbiker bieten, die ja in wechselhaftem Gelände unterwegs sind und schnellen Licht-Schatten-Wechseln ausgesetzt sind. Bitsche: „Wer lange unterwegs ist, und damit beispielsweise vom Tageslicht in die Dämmerung gerät, für den empfehlen sich phototrope Gläser oder auch Wechselgläser. Erstere werden von selbst je nach Lichtverhältnissen heller oder dunkler, bei Letzteren kann man die Gläser händisch austauschen.“

Wassersport Starke Lichtreflexe auf dem Wasser könnten die Freude am Sport nachhaltig trüben. Die erste Wahl seien daher optische Sportsonnenbrillen, die sowohl vor intensiver UV-Strahlung als auch starker Blendung schützen. „Polarisierende Gläser reduzieren dabei jene Blendung, die von der Spiegelung des Lichts auf der Wasseroberfläche verursacht wird“, informiert Bitsche. Zusätzlich sollte man die Sportbrille mit einem Sportband befestigen, um zu verhindern, dass sie ins Wasser fällt.

Ballsport Hohe Geschwindigkeit, rasche Reaktionszeit, gute Koordination von Augen und Händen: Gute Sehschärfe allein ist laut dem Berufsgruppensprecher bei Ballsportarten zu wenig, wenn es um den Einsatz einer Sportbrille geht. Die ideale Sportbrille für Ballsport erlaube ein großes Blickfeld. Dazu müsse die Brille besonders stabil und natürlich bruchsicher sein.

Trekking und Bergsteigen Beim Wandern und Bergsteigen seien die Augen, ähnlich wie beim Mountainbiken, unterschiedlichen Lichtsituationen ausgesetzt, sagt Bitsche, und das über mehrere Stunden hinweg. Sie müssten mit jeder Wettersituation, jeder Geländeeigenheit und jeder Temperatur fertig werden. „Essenziell ist neben dem UV-Schutz ein hoher Blendschutz, vor allem, wenn es in schneebedeckte Gebiete geht. Die ideale Sportbrille ist in diesem Fall gebogen. So wird seitliche Lichteinstrahlung verhindert. Diese beeinflusst den Kontrast erheblich und gefährdet die Augen“, erläutert er.

Golf Die Kontrastsicht und die gute Sicht sowohl in die Entfernung und auf den Boden beim Abschlag sind dem Experten zufolge besonders wichtige Faktoren, wenn die Sportbrille von Golfspielern getragen wird. „Wählen Sie getönte Gläser in einer Glasfarbe, bei der Sie rein subjektiv das Gefühl haben, Kontraste besser zu erkennen“, empfiehlt Bitsche.