Neue Behandlung bei übermäßigem Schwitzen

Gesund / 23.06.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Abteilung für Plastische Chirurgie am LKH Feldkirch bietet eine neue Methode an. KHBG

Plastische Chirurgie in Feldkirch kann in solchen Fällen helfen.

Feldkirch Jeder Zehnte leidet an übermäßigem Schwitzen unter den Achseln, von einer sogar krankhaften Hyperhidrose sind ca. 2,8 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Abteilung für Plastische Chirurgie am LKH Feldkirch bietet als schonende Alternative etwa zu Botox-Spritzen eine neue Methode an, mit der übermäßiger Achselschweiß um mehr als 80 Prozent und dauerhaft reduziert werden kann. Die Behandlung erfolgt ambulant mittels Mikrowellenenergie.  

Schwitzen ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers vor Überwärmung bei Anstrengung oder scharfem Essen. Daneben gibt es aber auch Menschen, die generell und übermäßig stark schwitzen. „Eine solche Hyperhidrose kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Es kommt zur Schweißabsonderung, die das erforderliche Maß zur Thermoregulation übersteigt oder der emotionalen Situation unangepasst ist“, erklärt Primar Gabriel Djedovic, Leiter der Plastischen Chirurgie. In Österreich leiden etwa 150.000 Personen unter der sogenannten primären, meist isolierten axillären Hyperhidrose. Diese primäre Hyperhidrose ist oft genetisch bedingt, beginnt in der Kindheit oder Pubertät und wird vor allem durch Stress, Angst oder übermäßige Anspannung ausgelöst. Vor allem im beruflichen Kontakt mit anderen Menschen stellt übermäßiges Schwitzen eine hohe psychische Belastung dar.

Gezielte Zerstörung

Bei der im LKH Feldkirch eingesetzten Methode werden mittels kontrollierter Thermolyse (Mikrowellen) Schweiß- und Geruchsdrüsen sowie Haarfollikel gezielt zerstört. Meist reicht eine ambulante Behandlung für ein dauerhaftes Ergebnis aus, manchmal braucht es eine zweite. Nicht nur das vermehrte Schwitzen unter den Achseln, sondern auch unangenehmer Schweißgeruch und die Behaarung können so auf schmerzfreie Weise beseitigt werden. “Die Erfolgsquote liegt bei 82 Prozent nach nur einer Behandlung, die Patientenzufriedenheit bei über 90 Prozent“, erklärt Marion Dietl, Ärztin an der Abteilung für Plastische Chirurgie.

Örtliche Betäubung

Nach einem Arzt-Patienten-Gespräch wird als erster Schritt ein Schwitztest vorgenommen: „Dabei wird in der Achsel des Patienten eine Jod-Stärke-Lösung aufgetragen, innerhalb von einer Minute verfärben sich die Stellen mit den Schweißporen. Das gibt uns Aufschluss über die Menge des Schweißes sowie die betreffenden Areale.“ Dann wird in einem weiteren Schritt der Anwendungsbereich genau markiert, der Patient erhält eine örtliche Betäubung und mittels eines Handstücks nimmt der Arzt die Behandlung vor. Der Patient kann im Normalfall direkt nach der Behandlung wieder seinen üblichen Aktivitäten nachgehen. Leichte Schmerzen oder Schwellungen klingen meist innerhalb weniger Wochen ab. „Unser Körper besitzt mehr als vier Millionen Schweißdrüsen. Nur etwa zwei Prozent davon befinden sich in den Achselhöhlen. Die Beseitigung dieser zwei Prozent beeinträchtigt die Kühlfunktion des Körpers nicht“, betont Dietl.

Betroffene können über das Sekretariat der Plastischen Chirurgie unter der Telefonnummer 05522/303-1800 einen Termin vereinbaren.