Bei Deutschlands Bürgern geht die Depression um

Gesund / 05.07.2019 • 10:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Depressionen werden heute mehr Aufmerksamkeit geschenkt. fotolia
Depressionen werden heute mehr Aufmerksamkeit geschenkt. fotolia

Laut Gesundheitsstudie ist beinahe jeder 7. betroffen.

berlin Fast jeder siebte Bundesbürger, der bei Deutschlands großer Gesundheitsstudie Nako mitmacht, war schon einmal wegen einer Depression beim Arzt. Das ist eines der ersten Ergebnisse der Langzeit-Bevölkerungsstudie. 15 Prozent der ersten rund 100.000 Teilnehmer berichteten dabei von einer Diagnose Depression im Laufe ihres Lebens. Die Studie zeige auch, dass Herzkrankheiten keine Männersache sind, sondern auch Frauen selbst in jungem und mittlerem Alter betreffen können, sagte die Nako-Vorstandsvorsitzende Annette Peters.

Bemerkenswert sei auch, wie viele Menschen sich nachts durch Verkehrslärm gestört fühlten. Laut Studie nervte dieser Lärm bei geöffnetem Fenster mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) ein bisschen, weitere zehn Prozent fühlten sich stark oder sehr stark gestört. Die Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit wollen die Nako-Forscher künftig unter anderem mit Blick auf Bluthochdruck unter die Lupe nehmen.

Nako steht für Nationale Kohorte. Die Gesundheitsstudie mit Erwachsenen zwischen 20 und 69 Jahren ist nach Angaben der Organisatoren die größte Untersuchung ihrer Art in Deutschland. Sie startete 2014 und soll mit insgesamt 200.000 zufällig ausgewählten Teilnehmern rund 20 bis 30 Jahre laufen. „Die ersten Ergebnisse bestätigen, dass Depressionen eine häufige Erkrankung sind“, sagt Ulrich Hegerl von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Das heißt aber nicht, dass die Erkrankungszahlen steigen. Menschen holen sich heute mehr Hilfe und Ärzte erkennen Depressionen besser. Die Krankheit ist vielen bewusster geworden“, ergänzte er.