BH soll Brustkrebs erkennen

05.07.2019 • 08:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Früherkennung mittels Mammografie, aber auch regelmäßiger Selbstuntersuchung ist derzeit der beste Schutz gegen Brustkrebs. fotolia
Die Früherkennung mittels Mammografie, aber auch regelmäßiger Selbstuntersuchung ist derzeit der beste Schutz gegen Brustkrebs. fotolia

Ein Forscherteam tüftelt bereits an intelligentem Produkt.

Neuenburg Was es nicht alles gibt: Jetzt haben Forschende aus der Schweiz und Frankreich damit begonnen, einen Büstenhalter zu entwickeln, der Brustkrebs früh erkennen soll. Ein solch intelligentes Kleidungsstück wäre weitaus billiger als Mammografien, was insbesondere Frauen in armen Ländern zugute käme, heißt es.

Brustkrebs ist gemäß der Forschergruppe die Todesursache Nummer eins bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Weltweit starben 2018 geschätzt 627.000 Frauen an einem Mammakarzinom, etwa eine Million neue Fälle wurden diagnostiziert. In der Schweiz erkrankten vergangenes Jahr etwa 6000 Frauen an Brustkrebs, 1372 starben daran. Wird die Krankheit früh erkannt, ist sie zu 90 Prozent heilbar.

Ohne Gesundheitsrisiko

Endziel des Projekts SBra ist ein intelligenter, mit Sensoren ausgestatteter BH, der in der Lage ist, Brustkrebs frühzeitig, komfortabel und ohne Gesundheitsrisiko effektiv zu erkennen. In einem ersten Schritt prüfen die 30 Wissenschaftler aus fünf Institutionen und Firmen, ob vorhandene Technologien dazu imstande sind. Aus der Schweiz mit dabei sind die Neuenburger csem, eine private Non-Profit-Organisation für Forschung und Technologie, und die ZTC Technology in La Chaux-de-Fonds, die medizinische Anlagen herstellt.

Das Projekt wird im Rahmen des europäischen Kooperationsprogramms INTERREG Frankreich-Schweiz über zwei Jahre mit einer guten Million Franken (899.199,71 Euro) unterstützt. Dazu kommen noch knapp 400.000 Franken vom Europäischen Fonds für regionale Unterstützung (EFRE). Rund 160.000 Franken steuern der Bund und 156.000 Franken der Kanton Neuenburg bei.