Schüler ernähren sich gesünder und sind sportlicher

12.07.2019 • 08:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aktiv statt passiv: So schön kann es für Kinder draußen sein. L. berchtold
Aktiv statt passiv: So schön kann es für Kinder draußen sein. L. berchtold

Langzeitstudie bringt gute und schlechte Botschaften hervor.

Wien Die HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) ist die größte europäische Kinder- und Jugendgesundheitsstudie. Sie wird in enger Kooperation mit dem Europabüro der WHO von einem interdisziplinären Forschungsnetzwerk aus 46 Ländern im Vier-Jahres-Rhythmus durchgeführt und schafft so eine einzigartige Datengrundlage für die Kinder- und Jugendgesundheit. In Österreich wird die HBSC-Studie seit vielen Jahren vom Gesundheitsressort beauftragt und vom Bildungsressort unterstützt. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen und nationale Gesundheitsziele.*

Für die aktuelle Studie wurden Daten von 7585 Schülerinnen und Schülern der Schulstufen 5, 7, 9 und 11 aus allen Bundesländern ausgewertet. Im Vergleich zu vergangenen Erhebungen zeigen sich im mittelfristigen Trend vor allem beim Gesundheitsverhalten der Schülerinnen und Schüler positive Entwicklungen: So weisen im Jahr 2018 gegenüber 2010 mehr Schülerinnen und Schüler ein gesundes Ernährungsverhalten (mehr Gemüse, weniger süße Limonaden, weniger Süßigkeiten, konstanter Obstkonsum) auf. Auch der Sport ist für die Schülerinnen und Schüler wichtiger geworden. Die Nichtraucherrate ist seit 2010 kontinuierlich gestiegen und beträgt derzeit 77 Prozent bei den Mädchen und 81 Prozent bei den Burschen. Auch Alkohol wurde 2018 laut Studie weniger oft getrunken als noch 2010. Derzeit trinken 26 Prozent der Mädchen und 32 Prozent der Burschen ab 15 Jahren wöchentlich. Ein weiterer erfreulicher Trend: Die Mobbingraten an den Schulen sind seit 2010 kontinuierlich gesunken.

Negative Entwicklungen

Obwohl sich die durchschnittliche Lebenszufriedenheit der Jugend mit einem Mittelwert von 7,8 auf einer Skala von 0 bis 10 auf einem relativ hohen Niveau befindet, zeigen sich vor allem im Bereich der psychischen Gesundheit auch negative Entwicklungen: So hat sich der subjektive Gesundheitszustand in den vergangenen acht Jahren etwas verschlechtert. Rund 12 Prozent der Burschen und 24 Prozent der Mädchen zeigen Anzeichen einer depressiven Verstimmung. Nur die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler hat ein positives Körperselbstbild: 35 Prozent meinen, dass sie zu dick sind und 15 Prozent empfinden sich als zu dünn. Vor allem bei älteren Schülerinnen und Schülern kam es zu einem Anstieg von Belastungsgefühlen durch die Schule.

Neu in die Studie aufgenommen wurden unter anderem Fragen nach dem Konsum von E-Zigaretten, Wasserpfeifen und der Nutzung von sozialen Medien. Dabei zeigte sich, dass 21 Prozent der Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren E-Zigaretten und/oder Wasserpfeifen konsumieren. Von diesen raucht ca. die Hälfte auch Zigaretten. 9 Prozent aller Schüler ab elf Jahren zeigen eine besorgniserregende Nutzung von sozialen Medien.