Hilfe bei Impfentscheidung

Gesund / 13.09.2019 • 07:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Impfen oder nicht impfen? Das aks hat erste Eltern-Interviews geführt.
Impfen oder nicht impfen? Das aks hat erste Eltern-Interviews geführt.

aks startet Onlinebefragung und will unabhängige Informationen liefern.

Bregenz Das Thema Impfen wird immer noch sehr kontroversiell diskutiert. Vor allem im Zusammenhang mit Kleinkindern gehen die Emotionen hoch. In Österreich werden für Babys schon im ersten Lebensjahr vier Impfungen gegen elf Erkrankungen empfohlen. „Die Entscheidung für oder gegen das Impfen ist nicht leicht“, weiß Andrea Niemann vom aks. „Und“, fragt sie, „woher sollen Eltern wissen, was richtig oder falsch ist, welche Informationen vertrauenswürdig oder manipulativ sind?“ Aus diesen Überlegungen heraus ist die Idee entstanden, gemeinsam mit Eltern und Wissenschaftlern qualitativ hochwertige Entscheidungshilfen zu den sechs Kleinkinderimpfungen zu entwickeln. Ein wichtiger Baustein des Projekts ist eine Onlinebefragung, die am kommenden Montag, 16. September 2019, startet (www.rund-ums-impfen.at). „Drei Wochen lang suchen wir die drängendsten Fragen, die die Vorarlberger zum Impfen bewegen“, erklärt Niemann. Die zehn häufigsten Fragen werden dann von medizin-transparent.at in verständlicher Sprache beantwortet (www.medizin-transparent.at). Im Vorfeld wurden verunsicherte Eltern zu ihren Informationsbedürfnissen befragt. „In einem Punkt waren wir uns ziemlich schnell sicher: Die Impfentscheidung findet nicht erst auf dem Weg zum ersten Impftermin statt“, erzählt die Projektleiterin. Geburtsvorbereitungskurse oder die Besuche bei den Gynäkologen im letzten Schwangerschaftsdrittel könnten ebenso die richtige Zeit sein, um noch in Ruhe unabhängige Informationen zu lesen oder offene Fragen aufzuschreiben und zum Arzt mitzunehmen. „Damit bleibt auch genug Zeit für eine individuelle Impfentscheidung“, ist Andrea Niemann überzeugt.

Impfentscheidungshilfen

Der Bericht zu den Eltern-Interviews wird in den nächsten Wochen fertig und dann auch online gestellt. „Wir rechnen damit, dass das spätestens Anfang Oktober sein wird“, sagt Niemann. Jetzt sollen sich aber vorrangig alle interessierten Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zum Impfen äußern. Ziel ist es, bis 2021 unabhängige Impfentscheidungshilfen für Eltern von Kleinkindern zur Verfügung zu stellen. VN-MM