Umgang mit psychisch Kranken

Gesund / 27.09.2019 • 10:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die angehenden Polizistinnen und Polizisten zeigten sich am Seminar interessiert und waren froh um jeden guten Tipp. polizeichule
Die angehenden Polizistinnen und Polizisten zeigten sich am Seminar interessiert und waren froh um jeden guten Tipp. polizeichule

Polizeischüler setzten sich mit seelischen Erkrankungen auseinander.

Feldkirch „Umgang mit psychisch erkrankten Menschen“: So lautet ein gemeinsames Projekt der HPE – Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter, des Vereins omnibus und der pro mente Vorarlberg mit Polizeischülerinnen und -schülern. Ziel des seit 2005 angebotenen Seminars: Sensibilisierung dafür, wie es Betroffenen, Angehörigen und Polizisten in akuten Kriseneinsätzen geht.

Der trialogische Workshop stieß wieder auf große Resonanz. So fand eine Teilnehmerin die Erfahrung, „was eine entsprechend behutsame, einfühlsame Annäherung oder Intervention bewirken kann“, sehr hilfreich. Ebenso haben die Informationen über psychische Erkrankungen und die persönlichen Lebensgeschichten der Angehörigen wie auch der Betroffenen den Blick für Krisensituationen geschärft und geweitet.

Herausfordernd für alle

Rund zehn Prozent der Einweisungen von Menschen mit psychischen Erkrankungen ins Landeskrankenhaus Rankweil erfolgen durch die Polizei. Dabei handelt es sich um eine Situation, die für alle Beteiligten oft schwierig und in gewisser Weise auch angsteinflößend ist. Schwerpunkte des Seminars waren deshalb das Erlernen eines verbesserten menschlichen Umgangs mit diesen Patienten, Informationen über psychische Krankheitsbilder, das Aufzeigen von Möglichkeiten der De-Eskalation bei Zwangseinweisungen, das rechtliche Umfeld sowie Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten. „Wenn psychisch kranke Menschen in einer Krise sind, braucht es Einfühlungsvermögen und ein Verstehen der Problematik“, weiß die Vertreterin von HPE aus Erfahrung als Angehörige. Daher wurden die Polizisten nicht nur praxisnah im Umgang mit psychisch kranken Menschen geschult, sondern auch umfassend über Hilfsangebote und bestehende ambulante Einrichtungen informiert. Vorträge von Patientenanwalt Christian Fehr und Primar Jan Di Pauli vom LKH Rankweil ergänzten den Workshop.