Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Verbindung

Gesund / 04.10.2019 • 10:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ist es nicht so? Wir zetern und wettern, wenn unsere Kinder stundenlang an Handys, Tablets oder Spielkonsolen hängen, aber tendieren die eigenen technischen Fähigkeiten gegen Hilflosigkeit und überhaupt-keine-Ahnung, sind wir froh um das Wissen der Sprösslinge. Wenigstens mir geht es zuweilen so. Ich, und das gebe ich gerne zu, bin jedenfalls weit davon entfernt, eine Rakete am Elektronik-Himmel zu sein. Schon eher wäre eine Bezeichnung wie Sternschnuppe passend. Doch wozu hat man einen technikaffinen Nachwuchs?

Unlängst plagte ich mich mit Skype ab. Sie wissen schon, das ist jenes Programm, mit dem man rund um den Globus und weitgehend kostenlos mit seinen Liebsten kommunizieren kann. Installiert war das Ding, nur mit dem Funktionieren haperte es gewaltig. Mehr als ein Rauschen war für das Gegenüber nicht zu vernehmen. Also mobilisierte meine um die Welt reisende Tochter ihren Bruder, der auch alsbald anrückte, um das leidige Problem zu beheben. „Du bekommst jetzt eine neue E-Mail-Adresse“, sagte er knapp und klopfte in die Tasten. „So, und jetzt noch das Geburtsdatum“, brummelte er weiter. Tag, Monat: so weit, so gut. Da braucht man nicht allzu weit hinunterscrollen. Als es dann um den Jahrgang ging, meinte der Bub süffisant: „Ich weiß nicht, ob ich den auf dieser Liste noch finde.“ „Einfach suchen“, konterte ich trocken.

Es gibt da diesen sinnigen Spruch „Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann“. Dazu gehört nun einmal das Alter. Machen wir deshalb das Beste daraus, und tragen wir flapsige Sprüche der Jugend mit Fassung. Hauptsache, die Verbindung hält.

Marlies Mohr

marlies.mohr@vn.at

05572 501-385