Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Apfel oder Schokolade

Gesund / 11.10.2019 • 12:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unlängst blieb ich auf der Suche nach einer passablen abendlichen TV-Unterhaltung in einem Nischensender hängen, in dem es wieder einmal um die Ernährung ging. Ich habe den Beitrag nicht in voller Länge gesehen, aber auch der Rest hatte es in sich. Da wurden die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von Forschern zerpflückt wie Salat. Unsinn, unwissenschaftlich und durch nichts belegt, hieß es kantig.

Eine Uniprofessorin, die medizinische Studien auf ihre Werthaltigkeit untersucht, zitierte aus der laut ihr einzigen wirklich guten Untersuchung, die mit einer großen Teilnehmerzahl und über acht Jahre hinweg durchgeführt wurde: „Die hat ergeben, dass es völlig egal war, wie sich die Probanden ernährten. Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes – alles gleich.“ Ein Diabetesforscher der Uniklinik Heidelberg fasste zusammen: „Das, was wirklich etwas ausmacht für die Gesundheit, ist die Menge, die gegessen wird. Was, ist eigentlich ziemlich egal.“ Wer sich halbwegs abwechslungsreich ernähre und nicht mehr esse als sein Körper verbrenne, mache alles richtig.

Klare Botschaft, oder? Und was ist das beste Rezept dafür? Jawohl, der Hausverstand. Lassen wir uns wieder mehr von dem leiten statt von Ratgebern drangsalieren. Eigenverantwortung in Bezug auf das Ernährungsverhalten ist ja auch kein Schaden. Es braucht dafür nur ab und an Disziplin, bei mir etwa bei der Frage: Apfel oder Schokolade? Aber solches schärft den Willen. Dann passt’s auch mit dem Genuss.

„Da wurden die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von Forschern zerpflückt wie Salatblätter.“

Marlies Mohr

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