Der Wunschzettel ans Leben

Gesund / 11.10.2019 • 12:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Herumtollen können wie gesunde Kinder auch, davon können rheumakranke Mädchen und Buben aufgrund der Schmerzen oft nur träumen.dpa
Herumtollen können wie gesunde Kinder auch, davon können rheumakranke Mädchen und Buben aufgrund der Schmerzen oft nur träumen.dpa

Kurzfilme zeigen Wünsche von an Rheuma leidenden Kindern.

Wien In Österreich leidet etwa eines von 1000 Kindern an kindlichem Rheuma, jährlich kommt bei acht bis zehn von 100.000 Kindern eine Neuerkrankung hinzu. Denn die chronische Erkrankung macht auch vor Kindern nicht halt. Zum Welt-Rheuma-Tag am heutigen Samstag schicken Kinder daher ihren Wunschzettel ans Leben und wollen damit vermehrt auf ihre Erkrankung aufmerksam machen. Der Wiener Verein Rheumalis hat diese Wünsche und Bedürfnisse in mehrere Kurzfilme gepackt, die ab sofort unter www.rheumalis.org/ abrufbar sind.

Der größte Wunsch der jungen Patienten ist es, mit anderen zu spielen und Spaß zu haben, ohne schnell davon müde und kraftlos zu werden, keine Angst und Schmerzen zu verspüren, den ganzen Tag etwas unternehmen, ohne das Gefühl zu bekommen, in sich selbst gefangen zu sein. Die Kurzfilme sollen auf kindgerechte Art und Weise auf das Thema aufmerksam machen und den jungen Erwachsenen eine Plattform geben.

Eigene Erkrankungsform

Rheuma ist nicht immer eine Erkrankung des Alters, jedoch handelt es sich bei der kindlichen Form nicht um „Erwachsenen-Rheuma“, das noch nicht ausgereift ist, sondern um eine eigene Form der chronischen Erkrankung. Rund 1600 Kinder und Jugendliche in Österreich leiden an der sogenannten juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA), einer Autoimmunerkrankung, bei der sich die Abwehrkräfte gegen den eigenen Körper richten und Entzündungen entstehen lassen. Da im Kindesalter aus diversen Gründen Gelenksschmerzen auftreten können, ist die Diagnose oft schwierig.

Geschwollene Gelenke und Bewegungseinschränkungen sind typische Symptome, Schmerzen lebenslange Begleiter. Es können eine unterschiedliche Anzahl von Gelenken sowie weitere Organe des Körpers betroffen sein. Auch der Verlauf der Erkrankung variiert. Bei einem Drittel der betroffenen Kinder besteht die Möglichkeit, dass das Leiden nach der Pubertät verschwindet. Die Therapie richtet sich nach der Diagnose, dem Alter des Kindes und der Ausprägung der Erkrankung. Ziel ist es, den Krankheitsverlauf zu bremsen, die Funktionsfähigkeit bzw. die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten sowie ein normales Wachstum zu ermöglichen.

Unterstützung und Austausch

Der Verein Rheumalis bietet erkrankten Kindern und ihren Familien ein umfassendes Informationsangebot sowie den Austausch mit anderen Betroffenen. Karin Formanek, Gründerin und Leiterin, spricht aus Erfahrung, sind doch sowohl ihr Sohn als auch ihr Enkelkind von der Erkrankung betroffen. Über die Arbeit des Vereins sagt sie: „Für Eltern ist es vor allem wichtig, einen Ansprechpartner zu haben, da es einige Zeit dauert, bis sie selbst, das betroffene Kind und auch Geschwister mit der Krankheit zu leben gelernt haben.“

Der Verein wird nur über Spenden finanziert und setzt diese ausschließlich für das Wohl der betroffenen Familien ein. Seine Tätigkeit dient der Unterstützung von rheumakranken Kindern und Jugendlichen, deren Familienangehörigen und Betreuern und ist insbesondere darauf gerichtet, kranke Menschen zu unterstützen und Hilfe in Notfällen zu leisten. Weitere Infos: www.rheumalis.org