Kilometer sammeln für Schlaganfall-Betroffene

Gesund / 11.10.2019 • 12:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Primar Philipp Werner hofft auf viele Läufer auch in Vorarlberg. khbg/Nussbaumer
Primar Philipp Werner hofft auf viele Läufer auch in Vorarlberg. khbg/Nussbaumer

Am heutigen Samstag startet der „Fit for Brain Run“.

Feldkirch Nach Herz-Kreislauf -Erkrankungen und Krebs sind Schlaganfälle in Österreich die dritthäufigste Todesursache. In Vorarlberg sind jährlich mehr als 1100 Menschen betroffen. Die Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft will auf das Risiko dieser Erkrankung aufmerksam machen und veranstaltet deshalb heuer zum dritten Mal den „Fit for Brain Run“. Mit der „Moveeffekt“-App kann jeder ortsunabhängig sMiles sammeln und die Spendensumme durch die gelaufenen Kilometer erhöhen. Die Aktion läuft ab heute Samstag bis zum Weltschlaganfalltag am 29. Oktober 2019. „Wir möchten uns jetzt schon bei allen Gönnern, Sponsoren und Läufern für die Unterstützung bedanken. Wir laufen nicht nur für einen guten Zweck, sondern setzen auch ein Zeichen!“, sagt Primar Philipp Werner, Leiter der neurologischen Abteilung inklusive Stroke Unit am LKH Feldkirch.

Häufigste Ursache für einen Schlaganfall ist eine Gefäßverkalkung. Ein erhöhtes Risiko besteht besonders bei Menschen mit hohem Blutdruck, hohen Blutfettwerten, bei Rauchern und Zuckerkranken. Fünf Maßnahmen reduzieren dieses Risiko um rund 80 Prozent: körperliche Aktivität, Nikotinabstinenz, mediterrane Küche, optimales Gewicht und wenig Alkohol. Dem ersten Punkt wirkt der Charitylauf „Fit for Brain Run“ entgegen. Das gesamte Nenngeld kommt der österreichischen Schlaganfallhilfe zugute, die damit vor allem die Nachsorge verbessern möchte.

Konsequente Überwachung

Ein Schlaganfall tritt meist auf, wenn ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend bis gar nicht mehr durchblutet wird. Die Symptome können sich sehr unterschiedlich äußern. „Das hängt vor allem von der betroffenen Hirnregion und dem Ausmaß der Schädigung ab“, erklärt Philipp Werner. In vielen Fällen kommt es zu Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühlen, die zumeist auf eine Körperhälfte beschränkt sind. Außerdem leiden die Betroffenen oft an Sprach- und Sehstörungen. Je schneller der Patient behandelt werden kann, desto eher können Folgeerscheinungen vermindert oder zur Gänze verhindert werden. „Eine Behandlung innerhalb der ersten vier bis sechs Stunden kann das Ausmaß des Schadens deutlich verringern.“ Diese erfolgt im Idealfall auf einer sogenannten Stroke Unit. Komplikationen können unter anderem durch die konsequente Überwachung der neurologischen Funktionen und der Vitalfunktionen minimiert werden.