Mehr als nur schön

Gesund / 11.10.2019 • 12:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gabriel Djedovic ist ein anerkannter Experte in seiner Disziplin. khbg
Gabriel Djedovic ist ein anerkannter Experte in seiner Disziplin. khbg

MedKonkret klärt über die Bedeutung der plastischen Chirurgie auf.

Feldkirch Noch immer und allzu oft wird die plastische Chirurgie auf die Schönheitschirurgie reduziert. Die Ästhetik spielt bei Eingriffen zwar auch eine große Rolle, weil sie mit Form und Funktion in Einklang gebracht werden muss. Tatsächlich sind die plastischen Chirurgen häufig die letzte Anlaufstelle, wenn es um die Behandlung von erworbenen oder angeborenen Entstellungen geht. Beim MedKonkret-Vortrag am Dienstag, 15. Oktober 2019, wird der neue Leiter der Abteilung am Landeskrankenhaus Feldkirch, Primar Gabriel Djedovic, die Bedeutung dieses medizinischen Fachbereichs erläutern.

Lange Tradition

Die plastische Chirurgie ist keine Disziplin der Neuzeit. Erste Anfänge gehen bereits ins Jahr 1200 v. Chr. zurück, als versucht wurde, abgetrennte Nasen wiederherzustellen, um Versehrte vor der öffentlichen Stigmatisierung zu schützen. „Techniken von damals werden zum Teil heute noch angewandt“, erklärt Gabriel Djedovic. Im 19. und 20. Jahrhundert erfuhr die plastische Chirurgie schließlich eine Renaissance und etablierte sich als eigenständiges Fachgebiet. Dies war vor allem dem Ersten Weltkrieg geschuldet, der viele Menschen mit Verbrennungen und Verstümmelungen hinterließ. Daraus entwickelte sich die wiederherstellende und Verbrennungschirurgie. Weitere Impulse setzten die Fortschritte in der Technik durch die Entwicklung der Mikrochirurgie und die Etablierung der modernen Handchirurgie. Diese Innovationen gipfelten in der Transplantation von fremden Händen und sogar Gesichtern. „Die moderne plastische Chirurgie, wie wir sie heute kennen, setzt sich aus den Teilgebieten der rekonstruktiven Chirurgie, der Hand- und Verbrennungschirurgie sowie dem wohl bekanntesten Teilgebiet, der ästhetischen Chirurgie, zusammen“, erläutert der Primar.

Vielfältige Krankheitsbilder

Entsprechend vielfältig sind auch die Krankheitsbilder, die es zu behandeln gilt. Dazu zählen körperliche Defekte ebenso wie durch Verletzungen verursachte Entstellungen und Wünsche nach äußerlichen Veränderungen. Haut- und Weichteiltumore, Erkrankungen der Hand, Nervenverletzungen und -engpasssyndrome, Geschlechtsangleichung, Amputation und Replantationen von Gliedmaßen sind nur einige Beispiele, die in der plastischen Chirurgie zum Arbeitsalltag gehören. „Dank neuester Technik und Grundlagenforschung gelingt es heute, Defekte zu versorgen oder Gliedmaßen zu erhalten, die vor wenigen Jahrzehnten noch amputiert werden mussten“, berichtet Gabriel Djedovic. Dabei finden Erfahrungen und Innovationen in jedem der Teilgebiete auch Anwendung in einem anderen, und so beflügeln nicht selten Errungenschaften in der ästhetischen Chirurgie die rekonstruktive Chirurgie oder umgekehrt. „Aber immer ist es Aufgabe des plastischen Chirurgen, das Zusammenspiel zwischen Form, Funktion und der Ästhetik, ganz gleich in welcher Körperregion, in Einklang zu bringen“, betont Djedovic das vorrangigste Ziel. An seiner Abteilung werden jährlich gut 1400 Eingriffe sowie 6240 ambulante Erst-, Kontroll- und Laserbehandlungen durchgeführt. VN-MM

MedKonkret

Plastische Chirurgie – über Ästhetik, Form & Funktion

Referent Primar Gabriel Djedovic, Leiter der Abteilung für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie im LKH Feldkirch

Termin Dienstag, 15. Oktober 2019, Panoramasaal LKH Feldkirch

Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr, Eintritt frei, ebenso das Parken in der LKH-Tiefgarage