Es wird Zeit für mehr Gesundheit

Gesund / 24.10.2019 • 09:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorsorge und Prävention sowie der Schutz vor vermeidbaren Krankheiten etwa durch Impfen spielen im Gesundheitsbereich eine immer größere Rolle. ADOBE
Vorsorge und Prävention sowie der Schutz vor vermeidbaren Krankheiten etwa durch Impfen spielen im Gesundheitsbereich eine immer größere Rolle. ADOBE

Österreichische Gesellschaft für Public Health fordert Taten von der Regierung.

Lustenau „Die kommende Regierung ist gefordert, den Worten Taten folgen zu lassen.“ Für die Österreichische Gesellschaft für Public Health heißt das vor allem, künftig besser für mehr Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung zu sorgen. „Gesundheit geht uns alle an, und umgekehrt wird unsere Gesundheit auch von all unseren Lebensbereichen beeinflusst“, sagt Thomas Dorner, assoziierter Professor für Public Health an der MedUni Wien und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH). Der Experte ergänzt, dass in der Public-Health-Wissenschaft ebendies berücksichtigt und sämtliche Einflüsse auf unsere Gesundheit und Lebensqualität erforscht würden: „Das ist Voraussetzung für jenes gesicherte Wissen, das notwendig ist, um die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung insgesamt zu verbessern. Denn die Gesundheitsversorgung im engeren Sinne ist laut zahlreichen Studien nur zwischen 10 und 40 Prozent für unsere Gesundheit und Lebenserwartung verantwortlich. Den restlichen Anteil bestimmen Umwelt, Erbanlagen, Lebensweisen und Lebensbedingungen.“

Konkrete Empfehlungen

Gesundheit werde nicht allein in Krankenhäusern oder Ordinationen gemacht, sondern vor allem durch eine kluge und weitsichtige Gesamtpolitik, die Entscheidungen im Sinne der Gesundheit der Menschen treffe, sagt auch der Allgemeinmediziner und stellvertretende Präsident der ÖGPH Günter Diem und fügt hinzu: „Doch davon ist derzeit nichts zu spüren.“ Die ÖGPH hat daher in den Wochen seit der Nationalratswahl ein Konzept erstellt, das der kommenden Bundesregierung die wichtigsten Handlungsfelder für mehr Gesundheit der Bevölkerung aufzeigen soll – von Klimaschutz über Bewegung und Ernährung bis zu Impfungen und der Primärversorgung. Es enthält die aktuellste wissenschaftliche Evidenz. Von diesen Fakten ausgehend werden konkrete Empfehlungen gegeben, was in welcher Weise zu tun ist, um die Gesundheit und Lebensqualität aller Menschen in Österreich bestmöglich zu erhalten und zu verbessern.

Vereintes Handeln nötig

Die Probleme sind dringlich, wird betont. Sie reichen von der steigenden Zahl an gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Todesfällen durch den Klimawandel über den hohen Anteil von Menschen mit Übergewicht und chronischen Erkrankungen bis zur wachsenden Impfskepsis in der Bevölkerung und den Schwierigkeiten, künftig eine flächendeckende allgemeinmedizinische Versorgung zu gewährleisten. „Diese Herausforderungen können nicht vom Gesundheitssystem allein gelöst werden. Dafür ist entschlossenes vereintes Handeln in mehreren Ressorts vom Infrastruktur- und Arbeitsmarktsektor bis zu den Bereichen Landwirtschaft, Sport und Bildung notwendig. Die multiprofessionelle Wissenschaft Public Health beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen diesen und stellt fundierte Informationen für die dringend erforderlichen politischen Entscheidungen zur Verfügung“, sagt Dorner „Das gemeinsame Ziel muss nicht nur über Ressort-, sondern auch über Parteigrenzen hinweg konsensfähig sein: Mehr Gesundheit für alle Menschen in Österreich.“