Schwimmen geht auch mit 90

Gesund / 13.12.2019 • 11:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Team des Sozialzentrums Bürs feierte die vom Dachverband der Altenpflege verliehene Auszeichnung.BI
Das Team des Sozialzentrums Bürs feierte die vom Dachverband der Altenpflege verliehene Auszeichnung.BI

Sozialzentrum Bürs hält Senioren mit prämiertem Badeprojekt fit.

BÜRS Bewegung ist essenziell, auch im Alter. Diesen Aspekt setzt das Sozialzentrum Bürs in einem besonderen Projekt um, und zwar in Form von regelmäßigen sommerlichen Badetagen für seine Bewohner, die dafür ins Walgaubad nach Nenzing gefahren werden. Diese Idee wurde nun auch prämiert. Im Rahmen der Teleios 2019, dem Preis für Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit in der Altenpflege, schaffte das Sozialzentrum Bürs den ersten Platz. „Für einen Badetag ist eine Eins-zu-Eins-Betreuung unerlässlich, aber der Aufwand lohnt sich, denn die Leute freuen sich unglaublich, ins Schwimmbad gehen zu können“, bestätigt Christian Koch, stellvertretender Leiter des Sozialzentrums.

Normalität leben

Bewegung und Sport, Feste und Feiern sowie die aktive Teilnahme am Dorfgeschehen bilden einen bedeutenden Bestandteil des Konzepts des Sozialzentrums Bürs.
„Unser Ziel ist, die Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und die Lebensqualität unserer Bewohner so lange wie möglich zu erhalten. Uns ist es wichtig, Normalität zu leben“, erläutert Wolfgang Purtscher, Leiter des Sozialzentrums, das Grundkonzept. Neben Rikscha-Fahrten werden auch Tanzcafés mit Livemusik, Männerstammtische, Theaterstücke mit den Bewohnern als Akteuren, Ausflüge, Konzertbesuche und eben Badetage angeboten. „Diese werden sehr gut angenommen, manche unserer Bewohner waren schon dreißig Jahre lang nicht mehr im Schwimmbad. Die Freude am Schwimmen geht auch mit 90 nicht verloren. Manche brauchen etwas Unterstützung, aber das ist für uns keine Hürde. Es ist auch für unsere Mitarbeiter ein tolles Erlebnis, wenn sie sehen, wie sehr unsere Bewohner diese Badetage genießen. Indem wir den Bewohnern ein aktives Mittun ermöglichen, bleibt ihre Beweglichkeit sowohl körperlich als auch geistig länger erhalten“, sagt Purtscher. Die Badetage bedeuten einigen organisatorischen Aufwand, das Team weiß diesen jedoch mühelos zu bewältigen.

Kleinheit als Vorteil

Der Preis, den sich das Sozialzentrum Bürs dafür nun auf die Fahnen heften kann, wird vom Lebenswelt Heimat Bundesverband ausgeschrieben und zeichnet jeweils herausragende Projekte und Neuerungen im Bereich der stationären Altenarbeit aus. Heuer wurden 45 Projekte eingereicht, Sieger in der Kategorie Bewohner wurde das Sozialzentrum Bürs mit dem Projekt „Pack die Badesachen ein!“. „Eigentlich hätten wir die Einreichung auch in der Kategorie Team machen können, denn ohne den Einsatz jedes Einzelnen könnten wir solche Projekte nicht umsetzen“, betont Purtscher. Innovation gehörte von Anfang an in das Konzept des Sozialzentrums Bürs, das seit nunmehr 25 Jahren besteht. „Ein Vorteil ist sicherlich, dass wir ein kleines Heim sind. Jeder kennt jeden, von den Mitarbeitern bis zu den Bewohnern und deren Angehörigen. Auch für die Durchführung von Projekten ist dies von Vorteil“, ergänzt Purtscher. Der Preis, vergeben vom Dachverband aller Pflegeheime, ist nicht die erste Auszeichnung. Schon 2017 wurde die Leitung des Sozialzentrums Bürs als „Bester Arbeitgeber im Pflegebereich“ gewürdigt. BI

„Ziel ist, die Selbstständigkeit unserer Bewohner so lange wie möglich zu erhalten.“