Wohlschmeckende Auszeit beim Brotbacken

Gesund / 26.12.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kursleiterin Sabine Wittwer flankiert von den Brotbackkurs-Teilnehmerinnen. VN/HP

Brotbackkurse sind mehr als wertvolle Initiativgeber fürs selbst Handanlegen – sie vermitteln die Bedeutung des Nahrungsmittels.

Heidemarie Netzer

Partenen, Rankweil Sein Brot selbst zu backen ist weder retro noch trendy. Es entspricht schlichtweg dem Wunsch nach eigenem Tun und ureigenem Genuss. Das wissen jene Profibäcker oder auch Autodidakten am besten, die landauf und landab erfolgreich Brotbackkurse anbieten. Zu Letzteren zählt die Ranklerin Sabine Wittwer. Seit ihrer Jugend leidenschaftliche Bäckerin, treffen sich in ihrem Backhaus Bofa, im gleichnamigen Ortsteil von Partenen gelegen, seit knapp drei Jahren regelmäßig Hobbybäckerinnen – das eine oder andere Mal gesellte sich auch schon ein männlicher Vertreter dazu, um sich einen Tag lang dem kreativen Handwerk zu widmen, ja hinzugeben. Denn die sieben Stunden, die sie in dem einstigen Elternhaus ihres Ehegatten, das zu einem liebevoll gestalteten Backort umgebaut wurde, verbringen, versprechen mehr als nur wertvolle Tipps in Sachen Brotbacken. Sie finden hier eine willkommene Auszeit von ihrem meist stressigen Alltag, ihren Sorgen, ihren Mühen.

Insbesondere die heimeligen Gerüche, das eigene Schaffen und die hautnah spürbare Natur tragen ein Wesentliches dazu bei. Denn in die Backstube der 51-jährigen hauptberuflichen Rot-Kreuz-Mitarbeiterin schaffen es nur natürliche und ureigene Zutaten. Mehl ohne Zusätze vor allem vom Martinshof, Eier vom Bauernhof in der Nachbarschaft ihres Wohnorts Rankweil, hochwertiges Salz und natürlich reinstes Wasser von Quellen vor Ort. Diese werden dann zu wahren Kostbarkeiten verarbeitet.

Tagesablauf

Nach einem gemütlichen Kennenlernen starten die Backkursteilnehmer mit dem Zubereiten der Teige: Erst werden die Zutaten exakt abgewogen, dann gefühlvoll vermischt. „Zuallererst wird immer Mehl und Hefe mit Wasser angerührt. Erst dann kommen die restlichen Zutaten dazu“, gibt die Backlady erste Tipps. Die Knetarbeit leistet dann die High-Tech-Maschine, bevor die fertig gemischten Teigwerke für ihre wohlverdiente Ruhephase zusammengelegt werden. Und nach dem Mittagessen – übrigens bestehend aus selbst hergestellter und kreierter Pizza – geht es ans Eingemachte: Jetzt werden die Teiglinge vorweg für Dinkel- und Mischbrote (meist aus Roggen, Dinkel und Weizen) portioniert und kraftvoll per Hand verschaffen und geschliffen.

Viel Ruhe und Hingebung

Man steht rund um den gigantischen, mit großer Geschichte verbundenen Bäckertisch, überall rieselt Mehl, allerorts wird ausgelassen geplaudert und doch hoch konzentriert und mit viel Hingebung gewerkelt. Nach und nach werden die Brotteige sachte in die Gärkörbchen gebettet, sie dürfen nun ruhen. In dieser Zeit werden die kleinen Kostbarkeiten, unter anderem Handsalzstengel und Hefegebäck, liebevoll in Form gebracht. Zwischenzeitlich sind die ersten Laibe in den zwei riesigen Backöfen verschwunden. „Bei Ober- und Unterhitze und idealerweise 250 Grad“, empfiehlt die Kursleiterin. Jetzt wird es so richtig heimelig – der unbeschreiblich leckere Brotduft steigt in die Nase, kündet vom Lohn der liebevollen Handarbeit. Nach und nach füllen die heißen Kostbarkeiten den Tisch. Sie werden zufrieden betrachtet. Jeder freut sich aufs Probieren.

Nach dem geselligen Ausklang des Backtags werden Hände geschüttelt, wird dankbar, zufrieden und entspannt vom Backhaus Bofa Abschied genommen. Im Gepäck: das eigene Brot und Kleingebäck, die Rezepte dazu und viele wertvolle Tipps für die heimische Backstube.