Modernste Technik fürs Patientenwohl

Gesund / 27.12.2019 • 09:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das neue Gerät ermöglicht schonendere Untersuchungen. KHBG/Mathis.
Das neue Gerät ermöglicht schonendere Untersuchungen. KHBG/Mathis.

Nuklearmedizin im LKH Feldkirch hat aufgerüstet.

feldkirch Die Nuklearmedizin am LKH Feldkirch verfügt seit November über ein PET/CT-Gerät der neuesten Generation. Für die Patienten reduziert sich nicht nur die Untersuchungszeit, sondern auch die Strahlenbelastung, was ebenso den Mitarbeitern auf der nuklearmedizinischen Station zum Vorteil gereicht. „Ein PET/CT-Scanner ist ein Gerät, das im übertragenen Sinn abtastet. Es misst eine spezielle Form der Strahlung, in diesem Fall radioaktive Strahlung“, erklärt Primar Alexander Becherer das Verfahren.

Er ist Leiter der Nuklearmedizin am LKH Feldkirch und freut sich über das neue Gerät, mit dem eine schonendere und effektivere Diagnose möglich ist: „Der neue PET/CT-Scanner ist deutlich schneller als sein Vorgänger, er schafft pro Stunde drei bis vier Untersuchungen. Auf den Tag hinaus gerechnet ist das eine enorme Zahl.“ Für Patienten verringert sich außerdem die Strahlenbelastung, weil weniger radioaktive Medikamente dem Blutkreislauf zugeführt werden. „Wir erhalten trotz weniger Strahlung genauere Bilder und können dadurch sehr exakte Diagnosen stellen.“ Die Anschaffung kostete 1,3 Millionen Euro.

Bildgebendes Verfahren

Ein PET/CT-Scanner wird vor allem im Rahmen der Krebsdiagnostik eingesetzt. „Man kann sich eine Computertomographie wie ein Schwarz-Weiß-Bild vorstellen. Die Positronen-Emissions-Tomographie, kurz PET, färbt dieses Bild ein. Die meisten Tumore weisen einen erhöhten Zuckerstoffwechsel auf und brauchen viel Energie. Durch radioaktiven Zucker, der den Patienten für die Untersuchung verabreicht wird, werden bösartige Tumore über ihren Zuckerverbrauch entlarvt“, veranschaulicht Becherer die Methode. Daneben hilft diese Art der Tomographie auch bei der Diagnose von Entzündungen, Durchblutungsstörungen am Herz oder bei Stoffwechselproblemen im Hirn.

Therapieerfolge messbar

„Mit einem PET/CT-Scan kann Demenz schon deutlich vor anderen bildgebenden Verfahren sichtbar gemacht, diagnostiziert und behandelt werden.“ Mithilfe eines PET/CT können außerdem Therapieerfolge gemessen werden. „Viele Patienten stehen nuklearmedizinischen Untersuchungen allerdings sehr skeptisch gegenüber“, weiß Alexander Becherer. „Diese Bedenken sind aber unbegründet. Die Strahlenbelastung bei Untersuchungen ist sehr gering“, betont er. Neben dem PET/CT-Scanner verfügt die Nuklearmedizin am LKH Feldkirch außerdem über eine Schilddrüsenkamera, mit der sich bei minimaler Strahlenbelastung kleinste Gewebeveränderungen in den Schilddrüsen feststellen lassen. Außerdem gibt es zwei Gammakameras, ein konventionell-nuklearmedizinisches Gerät, das ebenfalls über eine CT-artige Komponente verfügt und für verschiedenste Organuntersuchungen benötigt wird. „Die moderne Technik erleichtert unsere Arbeit und macht für die Patienten sehr schonende Verfahren möglich. Wir freuen uns, auch am LKH Feldkirch über fortschrittliche Geräte verfügen zu können“, resümiert Primar Becherer zufrieden.

„Bösartige Tumore entlarvt das neue Gerät über ihren Zuckerverbrauch.“