Maß und Ziel

Gesund / 17.01.2020 • 09:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es war kurz vor Weihnachten, da bekam ich von einer lieben Bekannten charmante virtuelle Post. Das Bild, das sie mir schickte, zeigte einen Teller voller Zimtsterne, garniert mit der frohen Botschaft: Egal, wie viele Kekse man isst, Schuhe passen immer. Beruhigend, oder? Was aber, wenn nur noch die Schuhe passen? Dann wird es eng, und zwar wortwörtlich und schnell einmal. Im Grund gibt es doch ständig einen Anlass, der dazu verleitet, beim Essen und Trinken zu mehr als nur zu dem zu greifen, was gut ist und uns guttut. Nicht umsonst werden Ernährungsexperten nicht müde zu betonen, dass man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zunimmt, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten.

Dabei könnten, zumindest die meisten von uns, das ganze Jahr über unbeschwert von Gedanken an ausufernde körperliche Formen leben. Viel braucht es dazu nicht, nur die Überzeugung, dass wir mit einem einfacheren Lebensstil auch der Gesundheit dienlich sein können. Wobei „einfach“ keineswegs mit Verzicht gleichzusetzen ist. Experten meinen beispielsweise, die breite Bevölkerung sollte langsam zu einer „Flexitarian“-Ernährung gebracht werden. Was das ist? Weniger Fleisch, dafür mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte und, nicht zu vergessen, Bewegung. Alles bekannt. Gleiches gilt übrigens für Ernährungsbücher, die jetzt wieder zuhauf auf den Markt kommen. Die geben auch nichts Bahnbrechendes mehr her. Trotzdem verkaufen sie sich wie warme Semmel.

Klar sollte sein: Von allein geht bei dem Thema nichts, erst recht nicht im Schlaf. Der beste Ratgeber, so meine ich jedenfalls, ist immer noch der Genuss mit Maß und Ziel. Dann passt es von oben bis unten, und Kekse dürfen zwischendurch auch sein.

„Von allein geht bei dem Thema nichts, erst recht nicht im Schlaf.“

Marlies Mohr

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