Pflege vor den Vorhang

Gesund / 31.01.2020 • 10:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
V.l: Erste Bank-Vorstand Thomas Schaufler, Heidi Lampert, Maria Meusburger, Carol Varga Nagy und WKÖ-Präsident Harald Mahrer. Richard Tanzer
V.l: Erste Bank-Vorstand Thomas Schaufler, Heidi Lampert, Maria Meusburger, Carol Varga Nagy und WKÖ-Präsident Harald Mahrer. Richard Tanzer

Die „PflegerInnen mit Herz“ 2019 wurden gekürt.

Wien Ein emotionaler Abend ganz im Zeichen der Pflege: Erste Bank-Vorstand Thomas Schaufler und Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer ehrten unlängst in der „Grand Hall“ am Erste Campus in Wien die „PflegerInnen mit Herz“ 2019 aus Vorarlberg, die in den Kategorien „Pflege- und Betreuungsberufe“, „pflegende Angehörige“ sowie „24-Stunden-Betreuung“ prämiert wurden.

Heidi Lampert, die als diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegerin im Krankenpflegeverein Tosters arbeitet, gewinnt die Kategorie „Pflege- und Betreuungsberufe“. Sie sagt: „Es ist mir ein großes Anliegen, älteren Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen durch meine Begleitung lange ein selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen. Lampert richtet aber auch ihren Dank an alle Systempartner und die Angehörigen, „ohne deren Mitwirken das nicht möglich wäre.

Dankbare Blicke

In der Kategorie „Pflegende Angehörige“ durfte Maria Meusburger aus Schnepfau den Preis entgegennehmen. „Ich habe meinen Mann gerne gepflegt, da ich ihn sehr geliebt habe und glücklich war, wenn er glücklich war“, erzählt sie. Als das Schönste an ihrer Tätigkeit beschreibt sie die Zufriedenheit ihres Mannes und die liebevollen, dankbaren Blicke, die sie für ihre aufopfernde Betreuung von ihm erntete.

In Feldkirch arbeitet Carol Nagy. Er ist Gewinner in der Kategorie „24-Stunden-Betreuung“. Auch er freute sich mächtig über die Auszeichnung. „Das Wichtigste in meinem Beruf ist, dass sich mein Patient wohlfühlt, und dafür gebe ich mein Bestes, mit viel Liebe und von Herzen“, beschreibt er seine Empfindungen.

Neben den Preisträgern aus Vorarlberg wurden alle 27 „PflegerInnen mit Herz 2019“ für ihren herausragenden Einsatz gewürdigt. Die Siegerinnen und Sieger durften einen Geldpreis in Höhe von je 3000 Euro entgegennehmen. „Die Preisträger stehen stellvertretend für die Hunderttausenden in ganz Österreich, die im Pflegebereich tätig sind und damit einen wertvollen Dienst für unsere Gesellschaft leisten“, erklärte Helene Kanta, Vorstandsdirektorin des Wiener Städtischen Versicherungsvereins.

Pflege zu Hause

Ganz Österreich hat in den vergangenen Monaten die besten Pflegerinnen und Pfleger des Landes für 2019 gesucht. Rund 3100 Nominierungen langten ein, jede einzelne davon berührte und spiegelt die Realität wider. Knapp 466.000 Menschen in Österreich sind pflegebedürftig, über 80 Prozent davon werden zu Hause gepflegt. Dabei nimmt die 24-Stunden-Betreuung einen immer höheren Stellenwert ein, wie WKÖ-Präsident Harald Mahrer betonte: „Die rund 60.000 selbstständigen Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer in Österreich sind eine wichtige Stütze im heimischen Pflegesystem, die es weiter zu stärken gilt. Gemeinsam mit der Aktion holen wir ihre professionelle und herausfordernde Tätigkeit vor den Vorhang.“

Menschen und Anerkennung

Etwa 170.000 Menschen in Österreich sind beruflich im Pflegesektor tätig, davon 67.000 in Krankenhäusern. Über 30 Prozent des gesamten Pflegepersonals ist über 50 und älter. Aufgrund der bevorstehenden Pensionierungswelle und unter Berücksichtigung des demografischen Wandels ist bis zum Jahr 2030 mit einem Mehrbedarf an 76.000 Pflegekräften zu rechnen, besagt die aktuelle Studie des Gesundheitsministeriums. „Wir setzen uns für gute Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung für die Beschäftigten im Gesundheitswesen ein. Insbesondere der Pflegeberuf ist fachlich und persönlich sehr fordernd und für unsere Gesellschaft essenziell. Unsere Pflegerinnen und Pfleger leisten tagtäglich Großartiges und dafür gebührt ihnen größter Dank!“, sagt AK-Präsidentin Renate Anderl.