Beste Freunde

Gesund / 14.02.2020 • 09:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Beste Freunde sind eine schöne Sache, vor allem eine, die es wert ist, behütet zu werden. Unlängst beobachtete ich im Bus zwei Mädchen, vielleicht zehn oder zwölf Jahre alt, die immer wieder kichernd die Köpfe zusammensteckten. Sie saßen sich gegenüber, jede mit ihrem Handy beschäftigt, aber nie auf das Vis-à-Vis vergessend.

Sie lachten und schäkerten, und als eines der Mädchen aussteigen musste, umarmten sie sich mit einem „bis morgen“ geradezu inniglich. Kurz bevor der Bus in die Haltebucht einfuhr, kam die eine schnell noch einmal zurück, strich der anderen mit der Hand zart über die Wange, lächelte und verschwand. Die zwei verstehen sich, und sie zeigen es auch.

In Zeiten, in denen fast nur noch von Hektik und Stress die Rede ist, stimmen solche Erlebnisse auch Außenstehende richtiggehend froh, und man wünscht sich für einen kurzen Moment zurück in die eigene Schulzeit. Leider trennen sich danach meistens die Wege. Die Freundschaftsbande werden lockerer, bis der Faden irgendwann verlorengeht, weil der Alltag anderes von einem fordert. Da wird die Pflege von Freundschaften schnell zur Nebensache oder auf später verschoben. Allerdings ist das mit dem „später“ so eine Sache. Wie oft hören oder sagen wir: Dafür ist später auch noch Zeit. Nur, dass sich das Leben mitunter keinen Deut um unsere Pläne schert. Deshalb pflegen Sie, was Ihnen lieb und teuer ist, so gut und so oft es geht.

„Die Freundschaftsbande werden lockerer, bis der Faden irgendwann verlorengeht, weil der Alltag anderes von einem fordert.“

Marlies Mohr

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