Das Risiko minimiert

Gesund / 15.05.2020 • 10:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hörgeräte-Akustikerin Simone Koller trägt bei direktem Kundenkontakt drei Masken, so will es das neue Schutzkonzept.vn/mm
Hörgeräte-Akustikerin Simone Koller trägt bei direktem Kundenkontakt drei Masken, so will es das neue Schutzkonzept.vn/mm

Bei Neuroth greift in Coronazeiten ein neues Schutzkonzept.

dornbirn Montag, 9 Uhr: Vor dem Neuroth-Fachinstitut in der Dornbirner Riedgasse stehen die Kunden schon Schlange. Alle vorschriftsmäßig mit Mund-Nasenschutz und auf Abstand. Es sind vorwiegend ältere Menschen, die Hilfe mit ihren Hörgeräten brauchen. „Es geht darum, kleine technische Probleme zu beheben. Das ist im Moment unsere Hauptarbeit“, erklärt Simone Koller. In Coronazeiten fahren auch diese Fachgeschäfte nur mit halber Leistung. Ganz geschlossen waren sie nie. „Es gab von Anfang an einen Notbetrieb, denn ältere Menschen, und dazu gehören unsere Klienten, sind in Zeiten sozialer Isolation noch mehr auf eine gute Hörversorgung angewiesen“, sagt Koller. Um die Kunden wieder umfassender bedienen zu können, hat Neuroth ein neues Schutz- und Hygienekon­zept entwickelt, und zwar mit Medizinern und Gesundheitsexperten wie dem Infektionsspezialisten Bernhard Haas. „Jetzt können wir auch wieder Termine für Hörtests und Hörgeräteanpassungen anbieten“, freut sich Simone Koller.

Schutzvisier

Das Hygienekonzept umfasst insgesamt 15 Seiten. Es umfasst unter anderem die regelmäßige Desinfektion aller Flächen und Geräte, das Tragen von Schutzmasken, den Einsatz einer zusätzlichen Schutzausrüstung in Form eines Schutzvisiers, etwa bei einem direkteren Kontakt in der Hörkabine, sowie die üblichen Hygienemaßnahmen wie Händedesinfektion und Abstand. „Unsere Kunden gehören der Altersgruppe ab 65 und damit der Risikogruppe an. Umso wichtiger ist es, die Infektionsgefahr für sie möglichst minimiert zu halten“, betont Simone Koller. Die Vorgaben des Hygienekonzepts würde das Arbeiten allerdings erschweren. Speziell die dreifache Maskierung sei für manche älteren Menschen befremdlich. Aber auch die Maskenpflicht an sich mache vielen von ihnen zu schaffen. „Aufgrund der Hörprobleme sind sie auf ein Mundbild angewiesen“, erklärt Koller. Das erschwere die Kommunikation zuweilen. Schutzmasken dämpfen nämlich vor allem die hohen Töne, die aufgrund von Schwerhörigkeit ohnehin kaum noch wahrgenommen werden können. „Wir erleben aber auch eine große Dankbarkeit“, kann Simone Koller berichten.

Derzeit werden am Vormittag die kleinen Dinge erledigt, am Nachmittag folgt die individuelle Kundenbetreuung. Immer geht es darum, das Risiko für alle so gering wie möglich zu halten. VN-MM