Die Kraft der Hoffnung

Gesund / 20.11.2020 • 10:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt der Volksmund. Die Menschen brauchen sie in Zeiten der Krise mehr denn je.adobe stock
Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt der Volksmund. Die Menschen brauchen sie in Zeiten der Krise mehr denn je.adobe stock

Hoffnungsbarometer und Hoffnungswerkstatt sollen Hoffnung schüren.

schwarzach Vor zehn Jahren etablierte Andreas Krafft, Dozent an der Universität St. Gallen, das Hoffnungsbarometer. An der über mediale Onlineplattformen verbreiteten Umfrage nehmen jährlich 5000 bis 7000 Personen teil. Inzwischen hat sich das Hoffnungsbarometer in 14 Ländern weltweit etabliert. Bislang war Österreich noch ein weißer Fleck, doch das hat sich nun geändert. Das Hoffnungsbarometer ist auch hier bzw. in Vorarlberg angekommen. Auf Vorarlberg Online (VOL) etwa können Interessierte den Fragebogen ausfüllen. „Ich möchte die Menschen schon bei den Fragen auf positive Gedanken bringen“, erklärt Krafft. Die sollen aber nicht nur Überlegungen anstellen, was ihnen Hoffnung gibt, sondern auch, was sie tun können, um anderen Hoffnung zu geben.

Vom Denken ins Tun

Im Sog des Hoffnungsbarometers ist deshalb die Hoffnungswerkstatt entstanden. „Um vom Denken ins Tun zu kommen“, wie es Bertram Strolz formuliert. Der Psychotherapeut und Mitbegründer der Akademie für Positive Psychologie, arbeitet bei beiden Projekten seit einigen Monaten mit Andreas Krafft zusammen. Coronabedingt hat er viel mit emotional erschöpften und mutlosen Klienten zu tun. „Nachdem die Menschen im Frühjahr noch voller Hoffnung waren, dass die Krise bald vorbei ist, zeigen sie jetzt Ermüdungserscheinungen“, erzählt Strolz. Umso wichtiger sei es, Zuversicht und Hoffnung in der Wahrnehmung zu halten. Aus diesem Grund wurde die Umfrage im Rahmen des Hoffnungsbarometers bis Weihnachten verlängert. Es zeige sich nämlich, dass Hoffnung oft erst in der Not entstehe. Dann wird Hoffnung ein soziales Phänomen.

Hoffnungswerkstatt

Dieser Ansatz soll in der Hoffnungswerkstatt weiterbetrieben werden. „Es geht darum, die individuellen Fähigkeiten etwa von Jugendlichen zu erkennen und zu stärken und sie dann in konkrete Projekte zu gießen, damit sie gesamtgesellschaftlich wirken können“, erklärt Andreas Krafft. Die meisten Leute zeigten sich zuversichtlich, was ihre individuelle Zukunft betrifft, aber nicht, was jene der Welt angeht. Sinnvolle Dienste an der Gemeinschaft, hat Krafft erfahren, schüren die Hoffnung am besten.

In der HAK Lustenau gibt es bereits eine Hoffnungswerkstatt. Sie findet jeden Mittwoch im Rahmen des Schulfachs „Glück“ statt. 25 Schüler nehmen teil, derzeit aus gegebenem Anlass digital. Bertram Strolz und Andreas Krafft wollen die Workshopunterlagen nun so bearbeiten, dass sie breit angeboten werden können. Strolz nennt unter anderem Lehrwerkstätten und Langzeitarbeitslose als Adressaten. Im Kleinen gibt es bereits Aktivitäten. Jugendliche gestalteten „Pictures of Hope“ und „Songs of Hope“. Alles das soll beim Kongress „Emotionale Hoffnung“ im Oktober 2021 präsentiert werden, ebenso Daten aus dem Hoffnungsbarometer. Der Kongress wird in der Bühne AmBach in Götzis stattfinden. VN-MM

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