Perspektiven in Coronazeiten schaffen

Gesund / 27.11.2020 • 10:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Perspektiven in Coronazeiten schaffen

Mathias Schnetzer berät Jugendliche mit Beeinträchtigung.

LANGEN BEI BREGENZ Die Covid-19-
pandemie stellt in der Berufsorientierung für Jugendliche eine zusätzliche Herausforderung dar. Erschwerend ist die aktuelle Situation vor allem für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder einer Beeinträchtigung. Mathias Schnetzer arbeitet seit fast sieben Jahren für das „dafür“. „Im Jugendcoaching ist das Ziel, zusammen mit den Jugendlichen realistische Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Problemfelder werden gemeinsam ermittelt und aufgezeigt, Lösungswege auf Basis der Stärken der Jugendlichen gesucht“, erklärt Schnetzer.

Auch bei diesen Jugendlichen ist die Krise präsent. „Unsicherheit und Ängste, wie es weitergehen kann, sind häufig Themen in der Beratung. Das Schuljahr konnte zum Glück größtenteils unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen starten“, führt der Jugendcoach aus. Die aktuelle Situation verlange nun Alternativen: „Die Sicherheitsvorkehrungen erschweren die Beziehungsarbeit. Meine Kollegen und ich sind gefordert, auf anderweitige Kommunikationskanäle, die auch von den Jugendlichen genützt werden, zurückzugreifen. Die Kontaktaufnahme über Telefon, WhatsApp und Videotelefonie bietet gute Möglichkeiten, aber auch soziale Medien werden von uns verwendet.“

Die Erhebung des Gesundheitszustandes ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Beratungsarbeit: „Ich begleite beispielsweise Jugendliche mit schweren Lungenerkrankungen und Mehrfachbeeinträchtigungen. Nicht jeder Beruf ist mit Vorerkrankungen auszuüben“, sagt Mathias Schnetzer. Onlineberatung habe eben auch ihre Grenzen. Gerade, wenn es um die berufliche Orientierung geht, stehe das Erleben im Vordergrund. Nun werden Berufsorientierungsmessen und Schnuppertage in Betrieben vermehrt abgesagt: „Um ein umfassendes Bild von einem Beruf zu erlangen, ist das Hineinschnuppern aber unumgänglich. Hier sind auch wir gefordert, Wege und Möglichkeiten für Jugendliche zu schaffen. Die Ausgrenzung von Jugendlichen mit Benachteiligung ist leider immer noch spürbar und sollte in Zeiten wie diesen nicht noch verstärkt werden“, betont Schnetzer und ergänzt: „Wir müssen ihnen die bestmöglichen Chancen einräumen, damit sie ihren Weg gehen können.“

Druck aus der Situation nehmen

Ein Plan B sei daher wichtiger denn je. „Eine Alternative wäre beispielsweise ein weiteres Schuljahr. So könnte Druck aus der Situation genommen und eine neue Perspektive geschaffen werden.“ Weiters versucht Mathias Schnetzer den Jugendlichen aufzuzeigen, wie sie psychisch und physisch gesund durch die Coronazeit kommen. In Krisen stehe auch die Vernetzung zu anderen Institutionen wie etwa pro mente im Fokus: „Krisensituationen können oft schwerwiegende Probleme nach sich ziehen. Hier ist die Unterstützung und Prävention durch Experten zentral. Ich bringe die Akteure zusammen.“ BI

„Unsicherheit und Ängste, wie es weitergehen kann, sind häufig Themen in der Beratung.“

Die aktuelle Situation erschwert die Beziehungsarbeit.  Adobe Stock
Die aktuelle Situation erschwert die Beziehungsarbeit.  Adobe Stock

Zur Person

MATHIAS SCHNETZER

Geboren 1987

Beruflicher Werdegang 2008 Bachelorstudium Soziale Arbeit an der FHV, 2016 Masterstudium interkulturelle Soziale Arbeit FHV, seit 2013 Jugendcoach bei der Firma „dafür Unternehmens- und Personalberatung GmbH“ im Bezirk Bregenz

Wohnort Langen bei Bregenz

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