Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Im Takt

Gesund / 19.03.2021 • 09:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zuerst zum Test und dann: Friseur, Caféhaus, Restaurant, Kosmetikerin, Kino, Theater…in 48 Stunden hineinpacken, was geht. Zugegeben, das ist jetzt ein bisschen überzeichnet formuliert, aber: Wer hätte gedacht, dass unser Alltag einmal so getaktet sein würde, weil ein Virus die Regie übernommen hat. Bislang ist das Leben im Schatten der Lockdowns eher zäh und träge dahingeflossen. Jetzt hungern wir geradezu nach den kleinen Fetzen Freiheit, die uns da und dort zugestanden werden. Leichtigkeit und Spontanetät sehen indes definitiv anders aus. Was vorher (wann war das eigentlich?) so selbstverständlich wie ein neuer Tag war, muss jetzt vorausschauend geplant werden, weil ohne negativen Test fast gar nichts mehr geht. Die neue Normalität: Sie mutet wie ein Korsett an, dessen Bänder nach Belieben auf- und zugeschnürt werden können. Einmal ausatmen, dann wieder Luft anhalten. Vielleicht hat die neue Normalität trotzdem auch ihr Gutes. Vielleicht wissen wir jetzt nachhaltiger zu schätzen, was wir vorher ohne groß nachzudenken immer und überall konsumiert haben. Die Freude am kleinen Luxus hat nämlich auch etwas Befriedigendes an sich. Sie ist stressfrei. Bewahren wir uns dieses Gut für die Zeit, in der Normalität ihrem Namen wieder gerecht werden darf.

Marlies Mohr

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